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Dinslaken
Kinderschutz in den Sportvereinen

Dinslaken. Stadtjugendring, Stadtsportverband und die Awo-Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt wollen für das Thema sensibilisieren planen Veranstaltung "Respekt für Grenzen".

Sport und Verbandsarbeit machen Kinder stark und fördern ihr Selbstbewusstsein. Vereine und Verbände können aber auch gefährdete Orte für Kinder und Jugendliche sein. Und wo fängt Gefährdung des Kindswohl an? "Grenzverletzungen können schon abwertende Bemerkungen über den Körper sein", meint Antje Peter von der Awo-Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt. Ungewollte und unangemessene Berührungen, das Hereinspazieren in die Dusch- und Umkleidekabinen, hier gehe es um Grenzverletzungen außerhalb eines strafrechtlichen Rahmens, die leicht bagatellisiert werden können und doch eine Missachtung der Kinderrechte darstellen, so Peter.

Für mehr Sensibilisierung wollen in einer Kooperation der Stadtsportverband, der Stadtjugendring und die Awo mit ihrer Veranstaltung "Respekt für Grenzen - Kinderschutz in Sportvereinen und im Stadtjugendring" am Mittwoch sorgen. Eine Referentin des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen wird in einem Impulsvortrag einen Überblick über das Thema "Sexuelle Übergriffe im Sport" geben und stellt anhand von Konzepten vor, wie Vereine sicherer gemacht werden. Dazu können Verhaltensregeln für Trainer und Betreuer gehören, ein Verhaltenskodex, den jeder unterzeichnen muss oder - wie beim MTV Rheinwacht geschehen - ein erweitertes Führungszeugnis. "Für jeden Übungsleiter fordern wir im Verein ein erweitertes Führungszeugnis an, das von der Stadt kostenlos erstellt wird. Bis jetzt sind wir damit gut gefahren und es ist eine Absicherung für den Vorstand des Vereins", berichtet Heinz Buteweg. Dass dies aber nur bedingt einem sexuellen Übergriff vorbeugt, ist auch Buteweg klar. Mehr darüber sprechen in den Vereinen, im Verband - ist auch sein Vorschlag.

Ein Beschwerdemanagement, ein Kinderschutzbeauftragter im Verein, an den sich jedes Kind, jeder Jugendliche wenden kann, wäre nicht schlecht, überlegt Antje Peter weiter. Und bemerkt dazu, dass auch Gewalt von Kindern und Jugendlichen untereinander ausgehen kann. Und so wird auch das Präventionstheater "Anne Tore" am Mittwoch Grenzverletzungen im Sport aufzeichnen. Mit Witz, Leichtigkeit und Mut machenden Inhalten bietet es einen kindgerechten Zugang zum Thema und ist für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren gedacht. Auch die Awo wird ihre spezifischen Hilfs- und Beratungsangebote vorstellen und erläutern.

Zur kostenfreien Veranstaltung am 24. August, 19 bis 21.30 Uhr in der Sporthalle Douvermannstraße, können sich Betreuer, ÜbungsleiterInnen, Eltern und Interessierte der Vereins- und Verbandsarbeit mit Kindern bei der Awo-Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt, Telefon 02064 621850 anmelden.

(big)
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