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Dinslaken/Voerde
Kirche ist für die Schwachen der Gesellschaft da

Dinslaken/Voerde. Synode des Evangelischen Kirchenkreises Dinslaken tagte. Gemeinden zeigen klare Haltung in der Flüchtlingsfrage.

Die öffentliche Hand darf sich freuen. In Zeiten knapper Kassen unterstützen die evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis Dinslaken die Kommunen in der Region sowie den Kreis Wesel mit rund 2,6 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln. Das Geld fließt in unterschiedliche staatliche Pflichtaufgaben wie Schuldner-, Drogen- und Schwangerschaftskonfliktberatung, Arbeitsmarktprojekte, Vormundschaftsbetreuung, Jugend- und Flüchtlingsarbeit. Den Hauptanteil macht die Mitfinanzierung von 19 Kindertagesstätten aus, die im Trägerverbund Evangelische Kinderwelt zusammen geschlossen sind. Sie liegt deutlich über der Refinanzierungsquote von 12 Prozent, die das Kinderbildungsgesetz (Kibitz) von kirchlichen Trägern verlangt.

Die Kreissynode Dinslaken, die am Wochenende in Friedrichsfeld tagte, rief die Öffentlichkeit angesichts der Zahlen, die das Diakonische Werk vorlegte, zu einem Perspektivwechsel auf. Die Kirche werde nicht durch den Staat subventioniert, sondern leiste einen erheblichen Beitrag zur Bewältigung sozialstaatlicher Verpflichtungen. Dies gelte sowohl in Bezug auf finanzielle Aufwendungen wie auch für das Engagement von mehreren hundert Hauptamtlichen sowie Tausender Ehrenamtlicher.

Für ihren Einsatz dankte Superintendent Friedhelm Waldhausen in seinem Rechenschaftsbericht ausdrücklich. Im Bemühen, auf die Schwachen in der Gesellschaft zu achten, ihnen größtmögliche Fürsorge zukommen zu lassen, sei die evangelische Kirche nah dran an Menschen, die mit den Härten von Strukturveränderungen, Migrationsproblemen, Bildungsarmut, Traditionsabbruch und Überalterung zu kämpfen hätten.

Wie entschieden sich die evangelischen Gemeinden positionierten, zeige ihre Haltung in der aktuellen Flüchtlingsfrage. In Kleiderkammern oder bei der Kinderbetreuung, im Sprachunterricht oder der Einzelfallhilfe, in der Bereitstellung von Wohnraum oder der Einrichtung von Runden Tischen werde durch Gemeindeglieder großartige Hilfe geleistet. Mit ihrem Zeugnis christlicher Nächstenliebe widersprächen sie zudem in deutlicher Weise fremdenfeindlicher Stimmungsmache. Superintendent Waldhausen: "Die biblische Tradition weist uns als Kirche in Gemeinden und Diakonie zu, wo unser Platz ist: an der Seite der Flüchtlinge, deren Menschenrechte verachtet und deren Würde mit Füßen getreten wurde."

Erfreut zeigte sich Superintendent Friedhelm Waldhausen über die Einrichtung einer Palliativstation mit zwölf Betten im Evangelischen Krankenhaus Dinslaken. Schwerstkranke Menschen werden hier in ihrer letzten Lebensphase durch ein Team von Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten, Pflegekräften, Pfarrern und Sozialarbeitern betreut. Dies sei eine "patientenorientierte und zukunftsweisende Innovation im evangelische Klinikverbund Niederrhein". Anschließend wandte sich die Synode ihrem Alltagsgeschäft zu: die Wirtschaftspläne der Evangelischen Kinderwelt sowie des Verwaltungsamtes wurden per Beschluss zur Kenntnis genommen, die Haushalte von Diakonie und Kirchenkreis verabschiedet, die Berichte aus den acht Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Dinslaken vorgestellt und vakante Ämter besetzt.

So führt die Götterswickerhammer Presbyterin Verena Gruhlke in Zukunft im kreiskirchlichen Finanzausschuss den Vorsitz, der Vierlindener Pfarrer Markus Söffge übt die gleiche Funktion im Fachausschuss Evangelische Kinderwelt aus.

(dh)
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