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Dinslaken
Kita im Hardtfeld nun auch wieder in der Diskussion

Dinslaken. Die Frage, ob die vom Rat beschlossenen neuen Unterkünfte im Hardtfeld angesichts der sinkenden Flüchtlingszahlen tatsächlich gebraucht werden, schlägt zurzeit hohe Wellen. In diesem Zusammenhang gerät auch ein anderer Beschluss des Rates wieder in die Diskussion. Die Politik hatte bereits im März vergangenen Jahres entschieden, die Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt vom Hardtfeld in einen Neubau an der Moltkeschule zu verlegen. Nun schlägt die Verwaltung vor, den Baubeschluss auszusetzen, bis der Rat darüber entschieden hat, ob im Hardtfeld wirklich neue Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden.

Zum Hintergrund: Anfang 2016 wollte die Politik ein Zeichen setzen und Bürgermeister Dr. Michael Heidinger verkündete gemeinsam mit den Sprechern der Fraktionen ein Positionspapier mit der Überschrift "Glaubhafte Politik für Dinslaken", das, wie alle damals versicherten, weit mehr als ein bloße Absichtserklärung sein sollte. Die "Flüchtlingskrise", so hieß es dort, verlange von allen ein großes Engagement und bedeute Einschnitte im Leben der Stadt. Die Politik wolle die aus dem Zuzug der Flüchtlinge resultierende Aufgaben so erfüllen, "dass die Dinslakener Bevölkerung in ihrem Leben so gering wie möglich eingeschränkt wird". Wesentlich dafür sei der stetige Ausbau der Übergangsheime, womit beispielsweise vermieden werde, dass Sporthallen zweckentfremdet werden müssten. Daraus resultierte dann auch der Beschluss zum Bau der neuen Übergangsheime. Die Politik wollte aber auch den Dinslakenern signalisieren, dass sie nicht vergessen würden. Deswegen versprach sie unter anderem den Ausbau des Angebots an Plätzen in Kindertagesstätten. Dazu gehörte auch die Verlagerung der Kita im Hardtfeld, die als Gemeinschaftsraum für die Flüchtlinge im Hardtfeld dienen sollte.

Sollte nun aber beschlossen werden, dass keine weiteren Unterkünfte im Hardtfeld gebaut werden, entfällt aus Sicht der Verwaltung auch die Grundlage für die Verlagerung, wie sie in einem Schreiben an die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen deutlich macht. Mit Blick auf die Kindergartenbedarfsplanung sei eine Standortverlagerung nicht notwendig. Die Verwaltung verweist zudem darauf, dass die Kita zu knapp 60 Prozent von Oberhausener Kindern belegt werde. Gespräche mit Oberhausen hätten ergeben, dass die Nachbarstadt sich zwar weiter anteilig an den Betriebskosten der Kindertagesstätte beteiligen wolle, aber keinen finanziellen Beitrag zu den Abschreibungs- und Zinskosten für einen Kita-Neubau an der Moltkeschule leisten werde.

(jöw)
 
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