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Dinslaken
Kölnerin bringt Humor nach Dinslaken

Dinslaken. Hildegart Scholten gewann mit Ulk und Improvisation das Jahresfinale des Comedy Rodeos.

Am Ende machte es Tim Percovic kurz: Hildegart Scholten aus Köln ist die Gewinnerin des Jahresfinales des Comedy Rodeos. Und das Publikum im Dachstudio hatte es schon geahnt. Schließlich entschied es mit seinem Applaus, wer aus dem Quintett der Vorrundengewinner Zepter und Pokal mit nach Hause nehmen sollte - Moderator Tim Percovic überprüfte die Lautstärke des Jubels ganz korrekt per Dezibel-Messungsapp.

Auch Hildegart Scholten kam auf der Bühne nicht ohne Smartphone aus. Und das verhalf ihr wohl auch mit zum Sieg. In einer rasanten Mischung aus Comedy und Improtheater gab sie vor, ihrer Mutter am Telefon einen "Livebericht" aus dem Dachstudio zu geben Die komplette erste Reihe, allen voran Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, wurden Thema ihres zehn Minuten-Auftritts. Und als sie dann noch zu den melodramatischen Klängen ihres Pianisten Daniel Slawik um Liebe sang und mit dem Hinterteil wackelte, hatte sie den Saal erobert. "Heute habe ich Dinslaken hormonell aufgeputscht." Das begeisterte Publikum gab ihr Recht und verlieh ihr das Comedy-Zepter.

Doch eigentlich waren an diesem Abend alle Gewinner, gewählt in den Vorrunden des von Stadt und Dinslakener Institutionen unterstützten Wettbewerbs im Theater Halbe Treppe und zuletzt im Mai im Dachstudio.

Da war der Deutschlehrer Herr Schröder von der "Helene-Fischer-Gesamtschule", der zwischen weiblichen Teenager (so böse, dass der Teufel daneben sitzt, um von ihnen zu lernen) und seinem "Lehrer-Cholericum" die russischen und türkischen Gespräche aus den hinteren Ecken des Schulhofs zum großen Vergnügen der Sprachkundigen im Dachstudio perfekt wiedergeben konnte.

Da war der Palästinenser Amjad Entertainment, der Vorurteile gegen ziemlich jede Gruppe auf diesem Globus thematisiert und damit eine "Bombenstimmung" verbreitet, und Asis Tahriou, der Integration und ebenfalls Vorurteile zu seinem Thema machte. Beide haben einen herrlichen Humor, reißen ihr Publikum mit und stimmen mit ihrer Selbstironie doch trauriger als so manches politisches Kabarett: Die Verarbeitung von erlebtem Rassismus und Misstrauen scheint allgegenwärtig. Da hat es Sven Pörsch ungleich leichter: Er rennt lediglich auf Wunsch seiner Mutter blökend durch den Supermarkt und hofft, dass der Ziegenkäse ihm antwortet.

Für eine lockere Stimmung im Dachstudio, das leider nicht so gefüllt war, wie es Tim Perkovic erwartet hatte, sorgten zudem Gaststar Frau Kühne, der Dinslakener Lokalmatador Oliver Müller, Aktive der Tanzschule Lohbrandt, Countrysängerin Liffey und die Rapper Marcin und Summertime.

(bes)
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