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Neu In Der Stadtbücherei
Kommissar Süden und der einsame Engel

Dinslaken. Ein neuer Fall für Tabor Süden

Nach seinem preisgekrönten Kriminalroman "M" aus dem Jahr 2014 legt Friedrich Ani endlich wieder einen neuen Fall für seinen schweigsamen und schwermütigen Münchner Vermissten-Fahnder Tabor Süden vor: "Der einsame Engel". Süden, einst Kommissar und jetzt Privat-Detektiv in einer Münchner Detektei, ist seit der Ermordung eines Kollegen und der Verwüstung des Büros der Detektei durch Neonazis gründlich demoralisiert und hängt nur noch in Kneipen herum.

Erst als Süden wieder einen Vermissten-Fall übernimmt, findet er nach und nach zu seiner alten Form zurück. Er ermittelt akribisch die Spuren eines verschwundenen Münchner Geschäftsmannes, befragt alle Personen, die mit dem Vermissten zu tun hatten und entdeckt immer neue Geheimnisse hinter einer Mauer aus Lügen und Schweigen.

Der neue "Tabor Süden" ist ein echter Krimi mit einem Mord und gleich vier Tatbeteiligten, voller überraschender Wendungen und spannend bis zum Schluss. Er bietet aber auch wieder eindringliche Psychogramme verkrachter Existenzen und einsamer Menschen im Münchner Kleine-Leute-Milieu.

Und er bringt seine Figuren dem Leser ganz nahe, ohne sie je zu psychologisch zu sezieren. Erstaunlicherweise steht am Ende des düsteren Romans fast so etwas wie ein Happy End: Der melancholische Ex-Kommissar Süden hat sich in seine Kollegin Patrizia verliebt und scheint mit ihr ein neues Leben beginnen zu wollen. Der Roman, immerhin der 20. In der Reihe, hat auf seinen Leser eine Sogwirkung, was nicht nur an der durchgängigen psychologischen Spannung liegt, sonder vor allem auch an Friedrich Anis genauer Beobachtung und an seiner dichten, bildhaften Sprache. Allen Freunden subtiler Krimispannung wärmstens empfohlen.

DR. RONALD SCHNEIDER

Ani, Friedrich: Der einsame Engel. Ein Tabor-Süden-Roman, Droemer: 2016.

Quelle: RP
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