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Dinslaken
Kreditbetrüger kommt mit Bewährung davon

Dinslaken. Nach erfolgreicher Revision entgeht ein 64-jähriger Kaufmann jetzt dem Gefängnis. Der Mann war zuvor unter anderem wegen Kreditbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

In zweiter Instanz wurde gestern eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren verhängt und zur Bewährung ausgesetzt. Es ging um einen Kredit von rund einer Million Euro, die der damals in Dinslaken tätige Unternehmer im Jahr 2007 bewilligt bekam. Das Darlehen hatte er allerdings nur zu dem Zweck erhalten, eine zuvor genannte Dinslakener Firma zu kaufen. An die verbindliche Abmachung hielt er sich nicht. Anstatt der Bank zu mitzuteilen, dass der Vertragsabschluss nicht zustande kam, legte er gefälschte Unterlagen vor, um einen Vorschuss zu erhalten. Dann folgte ein fingierter Kaufvertrag mit gefälschten Unterschriften. Das Geld verwendete er zum einen für den Kauf eines anderen Unternehmens, das kaum ausreichende Erfolgsaussichten hatte. Auch für private Anschaffungen finanzierte Geschäftsmann von dem Darlehen. Als er die monatlichen Abschläge nicht mehr zahlen konnte, flog er auf.

Mit dem neuen Urteil stellte das Gericht fest, dass der Schaden zum einen niedriger ist, als zuvor angenommen, ohne sich auf eine konkrete Summe festzulegen. Gewiss sei aber, dass ein Schaden von großem Ausmaß durch den Angeklagten verursacht wurde. Das Gericht berücksichtige aber auch, dass die Tat fast zehn Jahre zurückliegt. Die Verzögerungen waren nicht nur durch umfangreiche Ermittlungen sondern auch durch lange Bearbeitungszeit bei der Staatsanwaltschaft begründet. Außerdem war das Verfahren zunächst beim Schöffengericht in Dinslaken eröffnet und dann erst an das Landgericht weitergegeben worden.

Der Bank waren in einem anderen Verfahren noch 700 000 Euro zugesprochen worden.

(BL)
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