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Dinslaken
Kreditschwindler erneut vor Gericht

Dinslaken. 64-Jähriger soll sich Millionen-Darlehen der Sparkasse erschlichen haben.

Ein 64-Jähriger Kaufmann muss sich seit gestern erneut wegen Kreditbetrugs vor dem Duisburger Landgericht verantworten. Er hatte vorgegeben, ein Dinslakener Unternehmen kaufen zu wollen und dafür ein Darlehen von über einer Million Euro kassiert. Dem Kreditinstitut verheimlichte er, dass der Kauf gar nicht zustande kam. Das Geld verwendete er unter anderem für private Zwecke.

Schon vor drei Jahren hatte eine andere Wirtschaftsstrafkammer den Mann wegen Betrugs und Urkundenfälschung unter Einbeziehung anderer Urteile zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Der Anwalt legte Revision ein und bekam Recht, dass neu verhandelt werden müsse. Dabei ging es aber nicht um den Schuldspruch, sondern nur um das Strafmaß, das nach Ansicht des Bundesgerichtshofs neu überdacht werden muss. Problempunkt war vor allem die konkrete Schadenshöhe. Es sei nämlich nicht ermittelt worden, welchen Wert die vom Angeklagten überlassenen Sicherheiten zur Zeit der Vermögensschädigung hatten. Daher sei möglicherweise von einem niedrigeren beabsichtigten Schaden auszugehen. Tatsächlich soll er per Gerichtsurteil knapp 700.000 zurückzahlen. Davon ging bisher noch nichts ein. Die Tat liegt lange zurück. Die Vorgeschichte begann 2007, als der Angeklagte eine Firma in Dinslaken kaufen wollte. Die Sparkasse Dinslaken hatte ihm aufgrund der von ihm eingereichten Unterlagen ein Darlehen in Aussicht gestellt. Nachdem er den Entwurf eines Kaufvertrags eingereicht hatte, wurde ihm eine Anzahlung bewilligt. Dann legte er einen fingierten Kaufvertrag mit gefälschten Unterschriften vor, wodurch rund eine Million freigegeben wurde. Dabei war der Mann schon lange von der Absicht, das Unternehmen zu kaufen, zurückgetreten. Das hatte er allerdings nicht mitgeteilt, als er das Geld für andere Zwecke verwendete. Auch nicht, dass er einen Teil des Darlehens für eine andere Firma ausgab, für die wohl niemals Geld bewilligt worden wäre. Darüber hinaus hatte er laut Gericht insgesamt rund 300 000 Euro für private und zum Teil nicht mehr nachvollziehbare Zwecke ausgegeben.

Die Verteidigung strebt jetzt eine Bewährungsstrafe an. Nach der bisherigen Planung soll das Urteil am Montag, 7. November, verkündet werden.

(BL)
 
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