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Dinslaken
Küchenzauber statt Rock'n'Roll

Dinslaken: Küchenzauber statt Rock'n'Roll
Conny Apel und Bruno Biersching zählen zu den Stammgästen, die das Congaz vermissen werden. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Thomas "Rutte" Ruttkowski macht kurz vor Weihnachten die Szenekneipe Congaz dicht. Der Gastronom möchte an anderer Stelle mit anderem Konzept punkten und sich eher auf Essen und Getränke als auf Events konzentrieren. Von Florian Langhoff

Es ist ein relativ ruhiger Abend in der Szenekneipe Congaz an der Thyssenstraße. Obwohl es mit der Band "Homefield Four" Livemusik im Stil der 70er-Jahre gibt, finden vergleichsweise wenig Gäste ihren Weg in den Keller der Kultkneipe. Vermutlich, weil am Abend die deutsche Fußballnationalmannschaft spielt und auf dem Programm des Congaz für den nächsten Tag die beliebte "Go Music"-Veranstaltung mit Bassist Martin Engelien steht. Eine leere Kneipe ist aber nicht der Grund, warum Thomas Ruttkowski, der Kopf hinter dem Congaz, zum Jahresende den Laden schließt.

Georg Kraft spielte schon in der Szenekneipe, bevor diese zum Congaz wurde. Ihm wird das Congaz-Open-Air fehlen. FOTO: Martin Büttner

"Ich habe mir schon seit einigen Jahren die Frage gestellt, ob ich so weitermachen möchte, wie bisher", erklärt der Gastronom. Nach 15 Jahren Congaz war das eine Frage, die er für sich negativ beantwortete. "Ich habe Bock auf etwas Neues", sagt er. Mit neuem Konzept möchte er auch weiterhin der Dinslakener Gastronomie erhalten bleiben. Wenn auch an anderer Stelle und mehr mit gutem Essen und Getränken als mit rockigen Events. "Um die Events, die ich im Walzwerk mitveranstaltet habe, werde ich mich natürlich weiterhin kümmern", sagt Ruttkowski. Allerdings wird mit der Schließung des Congaz auch das beliebte Congaz-Open-Air nicht mehr stattfinden.

Die Nachfolge für die Szenekneipe ist allerdings schon geklärt. Thomas Grosse, der Kopf hinter dem Eventgelände "Walzwerk" auf der gegenüberliegenden Seite der Thyssenstraße wird das Congaz übernehmen. "Es soll wohl auch weiterhin Livemusik hier geben", sagt Thomas Ruttkowski. Aber eben nicht mehr organisiert durch ihn. Aber was sagen die Stammgäste der Szenekneipe zu dieser Entwicklung?

Nach 15 Jahren verabschiedet sich Thomas "Rutte" Ruttkowski von den Zapfhähnen im Congaz. Wenn alles nach seinen Vorstellungen läuft, möchte er der Gastronomie aber auch in Zukunft treu bleiben. FOTO: Martin Büttner

"Hier wird auf jeden Fall etwas fehlen, wenn es das Congaz nicht mehr gibt", sagt Georg Kraft. Er kommt regelmäßig in die Szenekneipe, um sich die Bands, die hier auftreten, anzuhören. "Hier sind eigentlich immer ganz tolle Musiker unterwegs", sagt er. Kraft muss es wissen, ist er doch "vom Fach". Als Gitarrist der Band Messiah's Kiss stand er schon beim Wacken Open Air auf der Bühne und tourte durch Europa. Kraft stand schon im Congaz auf der Bühne, bevor die Szenekneipe diesen Namen bekam. "Das Congaz-Open-Air und die Events hier in der Kneipe werden mir fehlen", sagt er. Aber er möchte, auch wenn Thomas Ruttkowski weg ist, dem Nachfolgebetrieb eine Chance geben. "Wenn es hier Rock, Hardrock oder Metal zu hören gibt, komme ich sicher wieder her", sagt er.

Auch Conny Apel und Bruno Biersching gehören zu den Stammgästen der Szenekneipe. "Es war schon ein kleiner Schock für mich, als ich erfahren habe, dass das Congaz schließt", sagt Bruno Biersching. Er kommt quasi zu jedem Konzert in die Kultkneipe. "Das ist der einzige Laden in Dinslaken, wo es regelmäßig tolle Livemusik gibt", findet er. Auch Conny Apel ist nicht begeistert von der Schließung der Kneipe an der Thyssenstraße. "Ich bin traurig", sagt sie. "Vor allem ist das Congaz eine Szenekneipe, es gibt hier in Dinslaken nichts Vergleichbares. Da müsste man schon in größere Städte fahren", sagt sie. Beide mögen am Congaz nicht nur die Musik, sondern auch die Atmosphäre in der Szenekneipe und das familiäre Miteinander unter den Gästen. "Viele Menschen kommen regelmäßig her, man kennt und unterhält sich", sagt Bruno Biersching.

Beide wollen dem Congaz aber auch weiter eine Chance geben, wenn der Laden mit neuen Verantwortlichen hinter den Kulissen wieder an den Start geht. "Wir werden sehen, ob die Atmosphäre dann nicht verloren geht", erklärt Conny Apel. "Ich werde mir das aber auf jeden Fall anschauen." Und Bruno Biersching wird man wohl auch in Zukunft wieder im "Keller" an der Thyssenstraße finden, zumindest, wenn auch weiterhin ein gutes Musikprogramm geboten wird. "Wenn die Go-Musik-Veranstaltungen mit Martin Engelien weiterhin hier stattfinden, komme ich sicher wieder her", sagt er.

Quelle: RP
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