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Voerde
Küken beim Schlüpfen zusehen

Voerde. Der Schaubrüter auf dem Spellener Bauernmarkt ist eine Attraktion. Von Florian Langhoff

Bevor Eier und die ersten Küken in den Schaubrüter auf den Spellener Bauernmarkt kommen, müssen die Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereins 1924 Voerde für die richtige Temperatur sorgen. "Die Eier werden normalerweise bei 37,5 Grad 21 Tage lang in der Brutmaschine gelassen", erklärt Vereinsvorsitzender Rainer Leske. "Eier und Küken brauchen deshalb auch genau diese Temperatur. Die müssen wir jetzt erstmal einstellen."

Keine ganz leichte Aufgabe, bei Außentemperaturen, die nur knapp über dem Gefrierpunkt liegen. Aber mit heißem Wasser und einem Heizstrahler ist der Schaubrüter schnell im grünen Bereich. Dann können Eier und Küken, die bis dahin einen sicheren Platz im Auto eines der Züchter hatten, endlich in den Schaukasten gesetzt werden. Und sofort bildet sich eine Menschentraube. Die ersten Küken tschilpen schon munter zwischen den Eiern, ein anderes hat sich gerade von der Schale befreit, regt sich aber nicht. "Ist das tot?", fragt eine Frau. "Nein. Nur ziemlich erledigt", antwortet Rainer Leske. "Natürlich ist das Schlüpfen eine anstrengende Sache für die Küken. Die liegen dann erstmal für mindestens eine Viertelstunde wie tot rum, weil sie völlig geschafft sind. Aber dann werden sie schnell munter." Kaum hat er das ausgesprochen, beginnt der Hühnernachwuchs, die Umgebung im Schaubrüter zu erkunden.

Lisa Willen ist mit ihrem Sohn Ben extra wegen der Küken auf den Bauernmarkt gekommen. Mit großen Augen schaut der Einjährige ins Innere des Brüters, wo gerade ein weiteres Küken aus dem Ei schlüpft. "Hühner kennt er schon von seinem Großvater", erklärt Lisa Willen. "Aber er hat noch nie welche schlüpfen sehen. Das ist auch für mich noch interessant", sagt sie. Auch Ehemann Torben wirft mal einen Blick in den Schaubrüter. Mia (10) und Jan Ridderskamp (6) können ihre Augen gar nicht abwenden. "Wann schlüpft denn endlich ein Huhn? Wie lange brauchen die zum Schlüpfen?", fragt der sechsjährige Jan seine große Schwester. Das kann die natürlich nicht beantworten. "Das dauert ziemlich lange, bis so ein Huhn geschlüpft ist", beantwortet Rainer Leske die Frage. "Die brauchen teilweise Stunden, bis sie aus der Schale raus sind." Man muss also etwas Geduld mitbringen, wenn man beim Schlüpfen zusehen möchte. Dann entdeckt Jan doch noch ein Küken, dass sich gerade einen Weg aus dem Ei pickt. "Da guckt schon eins raus!", ruft der Sechsjährige erfreut. Dann möchten seine Mutter und seine ältere Schwester allerdings gehen. "Ich habe aber noch nicht gesehen, wie eins geschlüpft ist", beschwert sich Jan. Er darf später noch mal wiederkommen.

Die Küken, die im Schaubrüter ihre ersten Schritte hinter sich bringen, sind für die Zuschauer besonders interessant. Die Geflügelzüchter haben auch eine Schautafel mitgebracht, auf der mit vielen Bildern und dazugehörigem Text erklärt wird, wie aus dem Ei ein Küken wird - was nicht nur für Hühner gilt, sondern auch für andere Vögel. "Die Kinder sollen hier schließlich auch etwas lernen", sagt Rainer Leske. Der Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins weiß, dass sich derzeit wieder viele Menschen mit der Zucht von Hühnern beschäftigen. "Gerade die jungen Menschen zwischen 25 und 35 wollen wissen, wo ihre Eier und das Hühnerfleisch herkommen und steigen selbst in die Zucht ein."

Derweil lässt sich im Schaubrüter schon eine kleine, bunte Schar aus Küken erkennen. Kleine und größere Küken mit unterschiedlichen Gefiederfarben tummeln sich hier. "Oh, sind die süß!", kommentiert ein Mädchen beim Blick in den Schaukasten.

Die kleinen Federkugeln sind ohne Frage hübsch anzusehen und locken im Laufe des Nachmittags noch viele interessierte Besucher an.

Quelle: RP
 
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