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Dinslaken
Kunst im Auge der Dinslakener Betrachter

Dinslaken: Kunst im Auge der Dinslakener Betrachter
Auch Matyas G Terebesi (Mannheim) wählt zwei Hände als Geste der Versöhnung für sein Werk. FOTO: Christoph Karl Banski
Dinslaken. Beim Wettbewerb zur Gestaltung des Jeanette-Wolff-Platzes dürfen sich die Bürger einbringen. Sie können für einen von zehn Vorschlägen für eine Skulptur auf dem Platz noch bis zum Sonntag ihre Stimme abgeben. Von Florian Langhoff

Auf der Freifläche in der ersten Etage der Neutor-Galerie stehen die zehn Entwürfe für die Skulptur auf dem Jeanette-Wolff-Platz parat. Die Modelle bleiben erstmal weitestgehend unbeachtet. Einige Besucher des Einkaufszentrums schauen kurz auf die Figuren, ziehen dann aber weiter. Eine Gruppe von Jugendlichen hält kurz vor dem Entwurf von Steve Busch an. "Was ist das denn hier", möchte einer von ihnen wissen. Schnell verliert die Gruppe das Interesse und zieht weiter. Dabei finden sich neben den Skulpturen auch Hinweisplakate, die eine besondere Motivation zur Stimmabgabe beinhalten: Es gibt für jeden, der seine Stimme für einen der Entwürfe abgibt, die Chance, einen Einkaufsgutschein für die Neutor-Galerie zu gewinnen.

Das lockt auch die 21-jährige Julia Engel zwischen die Modelle. "Ich wusste gar nicht, dass hier so ein Wettbewerb stattfindet", sagt sie. "Aber wenn ich schon hier bin, dann kann ich auch abstimmen." Sie nimmt sich Zeit, die unterschiedlichen Skulpturentwürfe genau unter die Lupe zu nehmen. Am Ende fällt ihre Wahl auf das Modell von Steffi Schöne. "Das finde ich am besten gemacht", erklärt die 21-Jährige ihre Auswahl.

Im Zentrum der Skulptur von Martin Schöneich (Bad Bergzabern) steht ein aufgebrochener Judenstern. FOTO: Banski

Auch Jürgen und Doris Walter sind eher zufällig zu der Möglichkeit gekommen, hier ihre Stimme für die Gestaltung des kleinen Platzes am Nebeneingang des Einkaufszentrums zu abzugeben. "Wir waren eigentlich nur zum Einkaufen hier, haben das gesehen und fanden es ganz interessant", sagt Jürgen Walter. "Aber die Fläche hier ist für eine solche Präsentation natürlich bestens geeignet."

Gemeinsam mit Ehefrau Doris betrachtet er die Modelle für die verschiedenen Entwürfe genau. "Das sind aber nicht alles lokale Künstler, oder?" fragt er. Nein. Von Aachen über Mannheim bis nach Berlin haben sich Künstler aufgemacht, um den Platz mit einer Skulptur zu versehen.

Olaf Klepzig (Rabenau): Eine Gehende reicht die Hand zur Versöhnung. FOTO: Christoph Karl Banski

Von den hiesigen Kunstschaffenden hat es lediglich Alfred Grimm in die Endrunde des Wettbewerbs geschafft. "Ich denke, für den werde ich auch stimmen", sagt Doris Walter. "Seinen Entwurf finde ich einfach am schönsten." Währenddessen ist sich Ehemann Jürgen noch nicht ganz sicher, für welches Modell er stimmen soll, hat aber schon einen Favoriten. "Mir gefällt der Entwurf von Martin Schöneich ganz gut", kommentiert er die zur Auswahl stehenden Entwürfe. "Da hat man neben der Skulptur auch noch Sitzmöglichkeiten, um das Kunstwerk in Ruhe zu betrachten", erklärt er seine Auswahl. Dann stimmen er und seine Frau ab - natürlich jeder für sich.

Die Stimmen der Bürger aus der Neutor-Galerie gehen am Ende als eine gleichberechtigte Stimme in die Entscheidung der Jury mit ein. Die Stimme der Bürger könnte also am Ende darüber entscheiden, welche Skulptur auf dem Platz gebaut wird.

Lu Fengs (Berlin) Skulptur wird einen Meter tief in den Boden versenkt und mit eine Glasscheibe abgedeckt. FOTO: Christoph Karl Banski
Quelle: RP
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