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Dinslaken
Kunst zieht in leerstehende Ladenlokale

Dinslaken: Kunst zieht in leerstehende Ladenlokale
FOTO: Heiko Kempken
Dinslaken. 40 Künstler stellen kurzzeitig in ungenutzten Geschäftsräumen ihre Werke aus und arbeiten auch dort.

Farbe drauf statt Licht aus, Leben statt Langeweile: Kunst statt Leerraum. Zum dritten mal beziehen Street-Art-Künstler, Fotografen, Up-Cycler und Designer leerstehende Ladenlokale in der Dinslakener Innenstadt und setzen junge, kreative und internationale Kunst gegen Stagnation und Verödung. In sechs Ladenlokalen werden am Freitag, 16. Juni, und Samstag, 17. Juni, 40 Künstlerinnen und Künstler arbeiten und ausstellen, darunter bekannte Namen wie Max Zorn und Nick Knite, Dinslakener wie Wittek und Rainer Höpken, neue Gesichter und internationale Gäste vom chilenische Street-Art-Vertreter bis zum multidisziplinären Hochschulprofessor aus Lanzarote. Ab nächsten Montag werden die meisten von ihnen schon vom kreativen Zentrum am Rittertor aus die Innenstadt ein wenig bunter machen, verrät Ben Perdighe, Organisator und - gemeinsam mit Wirtschaftsförderin Svenja Kräme - Begründer von Kunst statt Leerraum (KSL).

Denn die Woche ist für alle Beteiligten nicht nur ein Szenetreff, bei dem Party ungefähr so groß geschrieben wird wie die kreative Arbeit, sondern ist bereits vor der Vernissage vollgepackt mit Abendveranstaltungen von der Lesung bis zum Kurzfilmwettbewerb.

Das Rahmenprogramm ist gegenüber dem Vorjahr weiter gewachsen. "Es sind Ideen von den Kreativen aus dem letzten Jahr, wir haben 70 bis 80 Prozent davon umgesetzt", so Perdighe. Gleich am Dienstag, 14. Juni, präsentiert die Stadtbibliothek Dinslaken das erste Highlight: Tobias Katze liest im Café Kostbar aus seinem Bestseller "Morgen ist leider auch noch ein Tag". Einen Tag später verblüfft Pierre Pihl sein Publikum im "Club" (ehemals "Ulcus") mit seinem gleichzeitigen Spiel auf zwei Gitarren und einem Bass, und am Donnerstag bringt jeder Gast seinen eigenen Stuhl von zu Hause mit, um im leerstehenden ehemaligen Restaurant Sotto Voce am Rittertor über den mit 200 Euro dotierten "Kleinen Hercules" für den besten Kurzfilm abzustimmen. Alle Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Die verrückteste Aktion ist wahrscheinlich der "Kampf der Kapellen" am Samstag, 18. Juni, um 16 Uhr am Ententeich, bei dem The McDonaghoughs, die Penny Pinchers und Tent bei ihren gleichzeitigen Akustikauftritten jedes Mittel recht sein wird, um die Zuschauergunst auf sich zu lenken.

Bei Kunst statt Leerstand muss man dabei sein. "Es geht nichts über Dinslaken", meint Max Zorn, der mit seiner Tape Art in Galerien längst Preise im mittleren vierstelligen Bereich erzielt.

Zu temporären Galerien werden die Ladenlokale Eppinghovener Straße 24, Ritterstraße 3-5, Duisburger Straße 9, Duisburger Straße 3-5, Friedrich-Ebert-Straße 53 sowie ein Ladenlokal in der ersten Etage der Neutor Galerie.

Verantwortlich für die Aktionswoche ist die Wirtschaftsförderung der Stadt Dinslaken in Zusammenarbeit mit Ben Perdighe.

Informationen zu allen Künstlern und Aktionen findet man in den ausliegenden Katalogen und erstmalig auch auf der eigenen Homepage www.ksl-dinslaken.de sowie auf www.facebook.com/KunstStattLeerraum.

(bes)
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