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Dinslaken
Land nimmt der Polizei im Kreis Wesel Autos weg

Dinslaken. Statt 54 Streifenwagen soll es künftig nur noch 38 geben. Auch die Zahl der Zivilfahrzeuge soll sinken - von 66 auf 52.

Wesel (kub/H.S.) Die Diskussion über die Einschränkung der Bereitschaftszeiten in einigen Wachen, unter anderem in Voerde, ist noch nicht verklungen, da ist wieder von einer Ressourcen-Reduzierung bei der Polizei die Rede: Die Zahl der Polizeiautos im Kreis Wesel soll in der nächsten Zeit deutlich sinken. Von derzeit 54 Streifenwagen sollen künftig nur noch 38 durch den Kreis fahren, die Zahl der Zivilfahrzeuge soll von 66 auf 52 reduziert werden. Diese Zahlen nannte die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg, wollte die Zahlen, "aus taktischen Gründen" weder bestätigen noch dementieren. Zum Hintergrund erklärte eine Sprecherin aber, dass sich eine Arbeitsgruppe mit möglichen Verbesserungen des Fuhrparks auseinandergesetzt habe und darauf gestoßen sei, dass einige Fahrzeuge ungewöhnlich niedrige Kilometer-Leistungen auf den Tachos hatten. Statt die Autos nun in der Garage stehen zu lassen, soll "aus wirtschaftlichen Gründen" ein Fahrzeug-Pool für erweiterten Bedarf gebildet werden. Für den normalen Streifendienst im Kreis Wesel soll laut LZPD die geplante Anzahl an Autos ausreichen, bei besonderen Großereignissen soll die Polizei dann auf den Fahrzeugpool zurückgreifen können. Das Problem: Großereignisse wie Karneval oder der landesweite Blitz-Marathon finden nicht nur im Kreis Wesel statt. Lösen soll das Problem, dass vielleicht zu viele Polizeibehörden auf zu wenige Autos zugreifen wollen, laut LZPD dann die einsatzführende Behörde - also die Weseler Kreispolizei. Die wollte sich gestern nicht zu den Plänen äußern. "Bei Großeinsätzen wie zu Karneval oder bei der Aktion gegen Einbruchdiebstahl sind unsere technischen Ressourcen, also nicht nur Autos, sondern auch Handys und Laptops, zu 100 Prozent ausgelastet", hieß es lediglich aus der Pressestelle der Kreispolizei. Und das klingt nicht danach, als sehe man hier Einsparpotenzial oder ruhende Ressourcen.

Das "moderne Fahrzeugmanagement" soll laut LZPD auch zu einer Verjüngung des Fuhrparks führen und modernere Autos kämen dann auch wieder den Polizeibeamten zugute - falls eines zur Verfügung steht, könnte man süffisant anfügen. Uwe Melchers, Vorsitzender der Kreisgruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sieht die Pläne kritisch: "Wir haben keine Reserven mehr, Großeinsätze sind durchaus schwieriger geworden." Der Streifendienst sei zwar noch gewährleistet, jedoch hätten die Bezirksdienstbeamten - auch als "Dorfsheriffs" bekannt - schon Schwierigkeiten.

Quelle: RP
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