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Dinslaken
Landestheater Burghofbühne kämpft wieder ums Überleben

Dinslaken. Fallen die Beiträge des Kreises weg, droht das Aus. Viele Bürger unterstützen das Theater mit einer Online-Petition. Von Ralf Kubbernuß

Als Mirko Schombert vor anderthalb Jahren die Nachfolge von Thorsten Weckherlin als Intendant der Burghofbühne antrat, hätte er sich nicht träumen lassen, dass er in diesen Tagen um Leben und Tod des Theaters bangen muss. Denn fest steht für den Intendanten: Wenn CDU, Grüne und VWG/FDP im Kreis die Mitgliedschaft bei der Burghofbühne aufkündigen, stirbt das Landestheater. Dagegen will er kämpfen.

Denn man kann - rein inhaltlich betrachtet - durchaus von einem florierenden und gesunden Unternehmen sprechen. Der von Schombert beschriebene Weg, das Landestheater zu einem Ort zu machen, an dem Themen für das Publikum erlebbar, erfahrbar und mitgestaltbar werden, scheint aufzugehen. Die "Bürgerbühne" für jedermann, das Klassenzimmerstück, das Projekt "Jedem Kind einen Theaterbesuch", Workshops in Schulen sowie die Zusammenarbeit mit der Tafel oder der Fliehburg tragen diese Handschrift, machen die Partizipation, die Mitgestaltung möglich, erfüllen teilweise auch sozialarbeiterische Aufgaben, ganz besonders im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters. "Welche anderen Orte des gesellschaftlichen Diskurses haben wir denn noch?", fragt Schombert, beschreibt das Theater als Raum, in dem offene Fragen und Probleme thematisiert und diskutiert werden können. Hier fragen Kinderaugen, dort stehen Integrations- und Flüchtlingsthemen auf dem Programm. Das Publikum folgt dem Ansatz, kauft bemerkenswert viele Karten und besucht die landesweit knapp 250 Angebote der Burghofbühne.

Steht der Nutzen im Verhältnis zu den Kosten? Auf großem Fuß lebt die Burghofbühne jedenfalls nicht. Ausdruck dessen ist alleine, dass Schombert uneitel das Briefpapier seines Vorgängers aufbraucht, per Aufdruck lediglich den Wechsel der Intendanz kenntlich macht. Und die Mitarbeiter schauen längst nicht mehr auf Arbeitszeiten, bringen aus Kostengründen ihre Instrumente und Möbel als Requisiten mit. Das sparsame Haushalten hat auch dazu geführt, dass die Burghofbühne zu den Theatern mit den niedrigsten Zuschuss-Bedarfen im Land zählt.

Dennoch steht nun alles auf der Kippe: 292. 000 Euro wollen CDU, Grüne und VWG/FDP im Kreis mittelfristig jährlich sparen, indem sie die Mitgliedschaft des Kreises im Landestheater-Verein aufgeben. Damit stürzte nach internen Prognosen der Rest des insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro schweren Etats in sich zusammen wie ein Tempel, dem eine wichtige Säule fehlt. Auf dem Spiel stehen nicht nur die renommierten Angebote des Landestheaters, sondern auch die Jobs von 25 festangestellten und rund 30 freiberuflichen Mitarbeitern.

Schombert will sich einer Spardebatte nicht verschließen, der Plan sei aber "fern jeder Realität". Grundsätzlich müsse der Ansatz sein, wie man sparen kann, ohne die Existenz des Theaters zu gefährden. Zuspruch von Bürgern und Politikern habe er schon erfahren, für handfeste Unterstützung ist Mirko Schombert dankbar.

Eine vorgestern gestartete Online-Petition für den Erhalt der Burghofbühne hatten bis gestern mehr als 600 Nutzer unterzeichnet.

Zu finden ist die Petition über die Startseite des Landestheaters Burghofbühne (www.burghofbuehne-dinslaken.de) oder über die Facebook-Seite.

Quelle: RP
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