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Dinslaken
Leben und Schicksale Lohberger Frauen

Dinslaken: Leben und Schicksale Lohberger Frauen
Gästeführerin Anja Sommer (links) bietet szenische Führungen durch Lohberg an. Die Künstlerin Britta L.QL (rechts) hat für die Stationen, die angelaufen werden, zum jeweiligen Thema passende Installationen vorbereitet. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Mit Gästeführerin Anja Sommer auf den Spuren "Von Flintenweibern, rasenden Hebammen und Betschwestern". Von Heinz Schild

Alle paar Jahre bietet Anja Sommer szenische Stadtführungen an und begibt sich dann mit den Teilnehmern auf Abwege, wie die Gästeführerin und Stadtplanerin schmunzelnd berichtet. Demnächst stehen fünf solcher ungewöhnlichen Spaziergänge durch Lohberg an, deren Motto lautet: "Von Flintenweibern, rasenden Hebammen und Betschwestern". Diese Sonderführungen finden im Rahmen der Kunstaktionswoche "Transformationen Lohberg" am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Oktober, jeweils um 11 und um 15 Uhr statt, die fünfte und letzte am Freitag, 30. Oktober, Beginn 16.30 Uhr. "Es wird spannend und so manche Überraschung für die Teilnehmer geben", verspricht Anja Sommer zum Abschluss der Saison, denn danach verabschiedet sie sich in die Winterpause.

In der Männerdomäne Lohberg, dem vom Bergbau geprägten Stadtteil wird bei den fünf Führungen, die alle anders sein werden, ein Einblick in die Lebenswelt der dortigen Frauen zu verschiedenen Zeiten gegeben. Die Idee dazu entstand in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Britta L.QL, die für Installationen an verschiedenen Stationen sorgt, die während der Führung besucht werden und zu dem jeweiligen Thema passen. Unterstützt wird das Projekt vom Frauengeschichtskreis, dem Anja Sommer angehört und der Material zur Verfügung stellt.

"Auf dem Weg zu den Stationen geschieht Unvorhergesehenes, Überraschendes, aber auch Empörendes", verrät Anja Sommer. Und diese Begegnungen sind dramaturgisch in Szene gesetzt. Unterstützt wird die Gästeführerin dabei von Bettina und Thomas Hecker von der Kabarett-Gruppe "Restkultur", den Parkwerk-Stadtteilführern und noch einigen Überraschungsgästen. Wer sie sind, das verrät Anja Sommer nicht. Bei diesen jeweils 90 Minuten dauernden szenischen Führungen geht es um unterschiedliche Frauen mit unterschiedlichen Biografien. Es geht um den Ort Lohberg sowie die politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge zu einer bestimmten Zeit und wie diese mit einem Lebensschicksal verknüpft sind. "Das sind auch Geschichten, die einem nahe gehen", sagt Anja Sommer. "Wir wollen bei den Führungen schauen, wie Lohberger Typen so sind - und werden es gemeinsam herausfinden."

Bei einer diese Führungen läuft den Teilnehmern ein werdenden Vater über den Weg, der auf der Suche nach der Hebamme ist. Oder die Gäste erfahren etwas über die Steyler Missionsschwestern, die jahrelang in Lohberg gewirkt haben und deren Quartier sich an der Haldenstraße befand. Ein anderes Mal treffen die Teilnehmer Oma Aische und haben die Gelegenheit, mit der türkischen Seniorin zu plaudern. Bei einem der Spaziergänge mit Anja Sommer erfahren die Teilnehmer, was es mit den Flintenweibern auf sich hat und wer sie waren. Die Gästeführerin ist sich sicher, dass bei diesen Rundgängen auch die Lohberger noch etwas über ihren Stadtteil erfahren können.

Die Teilnehmer der ausgefallenen Erkundungen können damit rechnen, dass sie ins Geschehen eingebunden werden und selbst agieren müssen. "Diese Führungen sind für mich keine Monologe, sie sind vielmehr eine Diskussionsplattform, wo man sich austauschen kann", sagt Anja Sommer. Damit dies im größeren Kreis möglich ist, kommen die Teilnehmer zum Abschluss des Rundgangs mit den Akteuren zusammen, denen sie unterweges begegnet sind, und haben dann Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Ausgangspunkt der Führungen ist der Wasserturm im Bergpark.

Quelle: RP
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