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Voerde
Lieder von der Liebe und vom Leiden

Voerde. Beim Benefizkonzert des Lions-Hilfswerks Voerde traten Stefanie Quintin und Carsten Linck in Sankt Peter Spellen auf.

Liebe hat mit Leiden zu tun. Dieses zieht sich durch das Programm des Benefizkonzertes des Lions-Hilfswerks Voerde zugunsten des Friedensdorfs International, das am Sonntagabend die voll besetzte Sankt-Peter-Kirche in Spellen erfüllte. "Verloren, verwirrt" heißt es übersetzt in einem der italienischen Lieder von Mauro Giuliani (1781-1829), gesungen von Sopranistin Stefanie Quintin. Begleitet wird sie dabei von Carsten Linck an der Gitarre. Ein eingespieltes Duo sind sie, musizieren seit 2013 zusammen.

"Ich wollte eigentlich Rockstar werden", sagt Folkwang-Absolvent Carsten Linck schmunzelnd vor dem Konzertbeginn. "Die Gitarre war früher das Klavier des kleinen Mannes", erklärt er. Sein Gitarrenspiel lässt Quintin Raum, ihre exzellent ausgebildete Sopranstimme zu entfalten. Belcanto nennt man diese Art des Gesangs, der in Italien Anfang des 17. Jahrhunderts mit der Oper begann. Und die Sopranistin des Chors "Ateno de Manila College Glee Club" von den Philippinen bringt die Melodien besonders ausdrucksvoll und mit viel Charme zur Geltung. Als Solistin bei verschiedenen asiatischen Festivals zu Gast, tourte sie mit Linck durch ganz Europa. So haben auch die philippinischen Lieder ihren Platz im Programm, sie füllen mit ihrem exotischen Klang die alten Mauern hier in Sankt Peter aus.

Melodisch und ein wenig melancholisch ist das erste Lied, die Sprache fremd, aber die Musik verbindet die Menschen wieder einmal, wie so oft. Hier wechselt Linck zu einem ruhigen, klaren Begleitspiel und es wird ganz still in der Kirche. In ihrer Muttersprache ist Quintin einmal mehr authentisch und ganz bei sich. Bei "Dahil Sa'yo", übersetzt "Deinetwegen", muss Dr. Peter Koslowsky, Begründer des seit 1987 bestehenden Lions-Hilfswerks Voerde, auf die Bühne. Er hatte die Einladung an die beiden Musiker ausgesprochen, nachdem man sich auf einem Konzert kennengelernt hatte. Aber auch das Publikum wird gefordert, muss Worte in der philippinischen Sprache nachsprechen und singen, was nur den wenigsten gelingt, und natürlich für viel Spaß sorgt.

In der Pause versorgen ein selbst angerichtetes Buffet und Getränke, bereitgestellt von Anna Preusser, das Publikum kostenlos.

Aisha Hemming, gebürtige Philippinin und jetzt wohnhaft in Spellen, trägt ferner zum Gelingen des Konzerts dabei. Sie bereichert das Programm zusammen mit Quintin in drei Liedern. Eines davon handelt vom "Leben auf dem Land, wie hier in Spellen", wie sie lachend sagt. Die Leichtigkeit und Anmut im Gesang der Solisten bringt ihnen dann "Standing Ovations" vom Publikum ein.

Abgerundet wird das Konzert durch den jungen Chor der Kirchengemeinde Sankt Peter Spellen, "Schlüsselfiguren", unter der Leitung von Michaela Klemm. Ihre Lieder sind jung und erfrischend und am Ende heißt es ganz im Stil der Sportfreunde Stiller: "Applaus, Applaus, für deine Art mich zu begeistern - hör niemals damit auf!"

(sg)
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