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Dinslaken
"Lohberg-Tours" geht an den Start

Dinslaken: "Lohberg-Tours" geht an den Start
Manuela Held, "ein echtes Lohberger Mädchen", eröffnet den Reigen der neuen Führungen durch den alten Dinslakener Bergarbeiterstadtteil und erzählt Geschichtliches und persönlich Erlebtes. FOTO: LT
Dinslaken. Im Dezember haben sie ihre Prüfung abgelegt. Seitdem haben sie an ihren Touren gefeilt. Jetzt laden die neuen Stadtteilführer zu erlebnisreichen Rundgängen durch Lohberg ein. Von Jörg Werner

Der Flyer ist fertig, die Homepage eingerichtet. Auf alle, die sich für Lohberg interessieren, wartet in diesem Herbst ein ganz besonderes Angebot. Das Lohberg-Tours-Team bietet Einblicke in die Gegenwart und Geschichte des alten Bergarbeiter-Stadtteils, die es so noch nicht gegeben hat. Das Besondere: Alle Stadtteilführerinnen und Stadtteilführer leben in Lohberg, was ihren Blick besonders authentisch macht.

Zum Beispiel: Manuela Held. Sie beginnt den Reigen der neuen Führungen und ist ein echtes "Lohberger Mädchen". Sie nimmt die Tourteilnehmer mit auf eine 90-minütige Zeitreise durch die Bergarbeiterkolonie und zeigt ihnen den Stadtteil mit den Augen einer heute erwachsenen Frau, die ihn als Kind, Jugendliche, Frau und Mutter erlebt hat. Mitte der sechziger Jahre geboren, wuchs Manuela Held mit zwei älteren Brüdern in Lohberg auf. Sie besuchte den katholischen Kindergarten und die katholische Grundschule. Der anschließende Schulweg führte sie nach Hiesfeld. Als ausgebildete Erzieherin zog es sie nach 13 Jahren Zwischenzeit wieder nach Lohberg zu ihren Wurzeln zurück. Sie arbeitet derzeit in einem Kindergarten in Dinslaken und hat drei Kinder. An den verschiedenen Stationen ihrer Führung erzählt sie Geschichtliches und persönlich Erlebtes. Treffpunkt ist das Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Lohberg an der Hünxer Straße 368. Die Teilnehmergebühr beträgt 7,50 Euro. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen beschränkt. Ausbilderin der neuen Truppe ist Anja Sommer. Die Stadtplanerin und Bauassessorin führt seit nunmehr zehn Jahren Besucher in englischer und deutscher Sprache durch den Bergarbeiterstadtteil und über das ehemalige Zechengelände in Dinslaken-Lohberg. Die besonderen Qualitäten und den Wandel des Stadtteils zu zeigen, in dem sie selbst mit Ihrer Familie in einem alten Steigerhaus der Gartenstadt lebt, ist ihr dabei ein besonderes Anliegen. Und so hat sie sich auch besonders gefreut, dass sie im vergangen Jahr die Gelegenheit bekam, mit Unterstützung der Theaterkünstlerin Britt Jürgensen und mit finanzieller Hilfe der internationalen Künstlerin Jeanne van Heeswijk und des Vereins Parkwerk die Ausbildung der Stadtteilführer zu beginnen. Die Idee dahinter: Lohbergerinnen und Lohberger sollten ihre persönliche Sicht auf den Stadtteil und wie sie das Leben in ihm erfahren, vermitteln. So beschreibt Jasmin Schneidewind, was an Lohberg typisch Ruhrpott ist, Susanne Gülzau spürt dem Lohberg an der Schnittstelle zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein nach und Ömür Hafizoglu macht den strukturellen Wandel des Stadtteils durch Zuwanderung zum Thema.

Wer mehr über das neue Team und die Führungen, die es anbietet, erfahren möchte, kann auf der Homepage von Lohberg Tours nachschauen. Hier sind auch Anmeldungen möglich. www.lohbergtours.de

Quelle: RP
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