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Dinslaken
Männerchor Dinslaken fordert die Gäste zum Mitsingen auf

Dinslaken: Männerchor Dinslaken fordert die Gäste zum Mitsingen auf
Erstmals wählte der Männerchor Dinslaken 1957 das Dachstudio als Konzertsaal. FOTO: Lars Fröhlich
Dinslaken. Nachdem das erste Lied verklungen war, gab Reinhard Heiderich schon mal die Richtung für den Abend vor. "Sie werden etwas Besonderes erleben", bereitete der Vorsitzende des Männerchors Dinslaken 1957 die gut 80 Gäste auf die kommenden eineinhalb Stunden vor.

Erstmals hatte man das Dachstudio als Konzertsaal gewählt, nachdem der "Werkschor Pintsch Bamag 1949", der sonst mit dem MGV in der Stadthalle sang, sich aufgelöst hatte. Später würde Heiderich von einem "gelungenen Experiment" sprechen.

"Sie hören einen traditionellen Männerchor, der sich auch an moderner Musik versucht - und wir möchten, dass sie mitsingen", lautete sein motivierendes Credo für alle Anwesenden: "Singen kann jeder - wenn jemand besser ist, kann man sich an dem orientieren, und wenn er schlechter ist, wissen Sie, Sie können es doch." Dementsprechend eingestimmt nahmen die Zuhörer später die vor ihnen liegenden Textblätter zur Hand, um dann zu dem jeweils dort verzeichneten Stück ihren akustischen Beitrag zu leisten.

Zuvor verwöhnten die sechzehn Sänger ihr Publikum mit "Bajazzo" von Roggero Leon-cavallo, ehe Dirigent und Pianist Marco Rohde klarmachte, dass es "kein Grand Prix de la Chanson, sondern ein Mitmachabend" sei - und alle den Walter-Scheel-Klassiker "Hoch auf dem gelben Wagen" anstimmten. Wobei Rohdes Frage, aus welchem Land das Stück stamme, und die Antwort einer Dame "Aus der Eifel" zuvor für kollektives Gelächter sorgten.

Im humorvollen Stil ging es dann weiter - eingerahmt von den launigen Moderationen von Rohde und der musikalischen Begleitung von Gitarrist Kevin Hebink und Lars Modrow am Schlagzeug - stimmte der Chor Kölsche Millowitsch-Weisen ("Und keiner soll sagen") an, interpretierte sensibel-einfühlsame Weisen wie "Abendruh" von Rudolf Desch oder brachte das Lied "Am Rotbachstrand" als "Dinslakener Heimatlied" (Rohde) zu Gehör.

Eine echte Herausforderung wurde der bekannte Udo-Jürgens-Klassiker "Aber bitte mit Sahne", als die Männer den Refrain mit ganz tiefer und die Damen mit ganz hoher Stimmlage singen durften - der Song an sich lud aber genauso wie Drafi Deutschers "Marmor, Stein und Eisen bricht" zum Mitsingen ein.

Danach wagte sich der Chor an das neu eingeübte Material - Peter Maffays "Über sieben Brücken musst Du gehn" und Peter Schillings "Major Tom", dem stimmlich mit beeindruckendsten Beitrag des Abends. Bei "Sierra Madre" blitzte bei gedämmtem Licht das eine oder andere Feuerzeug auf, ehe das Programm mit Semino Rossis "Aber dich gibt's nur einmal für mich" endete.

(aflo)
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