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Dinslaken
Martin Zingsheim: Kopfkino mit Piano-Begleitung

Dinslaken. Gleich dreimal trat der 31-jährige Kabarettist, Pianist und Alltagsphilosoph Martin Zingsheim am Wochenende im Dachstudio auf. Mit seinem Soloprogramm "Kopfkino" hatte er sich nicht weniger vorgenommen als eine Weltrevolution. "Die Pläne sind größer als die Wirklichkeiten", räumte Zingsheim sogleich ein. Doch gerade in Zeiten wie diesen, wo alles möglich scheint und die Revolution nur einen Mausklick entfernt ist, herrsche Stagnation. Dabei fällt es so leicht, Gutes zu tun. Man sollte nur darauf achten, dass einem "beim Online-Petitionen unterschreiben nicht der Schrimps-Cocktail aus der Hand fällt."

Allgemein ist es das so eine Sache mit der neuen digitalen Freiheit, wie Zingsheim während eines Alpenurlaubs mit seiner Frau erfahren durfte. Nach Stromausfall und dem damit gleich bedeutenden Rückfall in den Offlinemodus, mussten sogleich neue Formen der Kommunikation in Betracht gezogen werden, zum Beispiel: reden. Martin Zingsheim bewies im Dachstudio, Sinn für semantischen Klamauk und ein Gespür für gesellschaftsrelevante Themen, die er euphorisch vortrug oder am Flügel einspielte. Der Flügel wurde während des Abends zudem häufiger das Corpus Delicti eingespielter literarischer Narkotika wie dem Wahlprogramm der Grünen. Als wäre das nicht genug, interpretierte der Kölner Kabarettist das gegenderte Grünen-Programm im Stile von Herman van Veen, alternativ bot sich Klaus Kinski an.

Martin Zingsheim bot eine erfrischende Mischung aus kabarettistischen, philosophischen und pianistischen Elementen. Das Publikum dankte es Zingsheim mit gebührendem und lang anhaltendem Applaus.

(D.K.)
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