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Reportage Am Montag
Sankt Martins erster Ritt in Dinslaken

Martinszug 2017: Sankt Martins erster Ritt in Dinslaken
Gespannt warten die Kinder vor der Herz-Jesu-Kirche in Oberlohberg auf den Beginn des Martinszuges. Dabei folgen die Kinder dem Heiligen Mann (dargestellt von Norbert Heinz), der auf seinem Pferd den Laternenzug durch Oberlohberg anführen wird. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Eine Woche vor dem eigentlichen Martinstag startete mit dem traditionellen Martinszug in Oberlohberg die Woche der Laternenumzüge. Begleitet von vielen Kindern machte sich Sankt Martin auf den Weg durch den Stadtteil. Von Florian Langhoff

Dinslaken Es ist noch eine halbe Stunde Zeit bis zum angesetzten Start des Martinszuges, doch rund um die Herz-Jesu-Kirche in Oberlohberg herrscht schon ein buntes Treiben. Während sich vor der Kirche die ersten Kinder mit ihren Eltern zur Teilnahme am Laternenumzug versammeln, wird hinter der Kirche alles für den Höhepunkt des Umzuges vorbereitet: die Mantelteilung. Der Helfer des Heimatvereins Oberlohberg haben auf einer Feuerstelle aus Metall schon die Holzscheite für das spätere Feuer vorbereitet. Außerdem ist eine Verstärkeranlage mit Mikrofon und Lautsprecher aufgebaut. "Darüber wird später die Martinsgeschichte vorgelesen", erklärt Heinrich Hülsemann, der Vorsitzende des Heimatvereins Oberlohberg. Außerdem liegen auch mehr als 150 Stutenkerle für die teilnehmenden Kinder bereit. "Eigentlich hätten die Eltern die vorbestellen sollen. Aber weil der Martinszug in die Ferien fällt, war es mit der Organisation dieses Jahr etwas schwieriger", berichtet Hülsemann.

Das tut der Beliebtheit des Martinszuges allerdings keinen Abbruch. Denn auf dem Platz vor der Kirche hat sich schon eine ziemlich große Zahl von Teilnehmern versammelt. Es sind wohl gut 100 Kinder, die hier, meist begleitet von Eltern oder Großeltern, mit ihren Laternen bereitstehen und auf den Beginn des Umzuges warten. Es sind dabei vor allem jüngere Kinder, die sich auf den Weg gemacht haben, noch im Kindergartenalter oder gerade in der Grundschule. Einige werden von ihren Eltern noch im Buggy über den Platz geschoben, haben aber trotzdem schon stolz eine Laterne in der Hand.

Und die gibt es hier in allen erdenklichen Formen und Farben. Bei den Mädchen scheinen besonders Einhörner als Motiv beliebt zu sein. Aber es finden sich auch andere Fantasiewesen wie Drachen unter den Laternen. Auch Tiermotive scheinen besonders beliebt: So leuchtet eine Vielzahl von Eulen, Bienen und Vögeln in der Dämmerung vor der Herz-Jesu-Kirche in Oberlohberg. Bei den selbstgebastelten Laternen sind bunt leuchtende in zylindrischer Form besonders häufig vertreten.

Stolze Laternenbesitzerinnen: Die Kindergarten-Freundinnen Luisa, Loki und Eva (alle 5 Jahre alt) präsentieren ihre, teilweise selbst gebastelten, Laternen. FOTO: Martin Büttner

Aber wissen die Kinder hier denn auch direkt, was es mit dem Heiligen Martin auf sich hat? Luisa, Loki und Eva, alle fünf Jahre alt, schütteln bei dieser Frage den Kopf. "Den kennst du doch Loki. Den haben wir schon gesehen. Die Geschichte mit der Mantelteilung", hilft Lokis Mutter Nadine Geskes aus. Das scheint bei der Fünfjährigen keinen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Dafür sind sie und ihre Freundinnen stolz auf ihre Laternen. "Meine ist selbstgebastelt", sagt Loki. "Und meine ist sogar laminiert", erzählt ihre Freundin Luisa und schwenkt ihre bunte Laterne durch die Luft. "Den Kindern macht der Umzug mit den Laternen immer sehr viel Spaß", sagt Nadine Geskes. "Ich bin gespannt, ob die Laternen auch heil bleiben", kommentiert Luisas Mutter Britta Bermes. Neben der Laterne ist der Martinszug für ihre Tochter noch aus einem anderen Grund ein Höhepunkt: "Sie ist ein riesiger Pferdefan. Auch deshalb lohnt sich der Zug für sie", erklärt Britta Bermes.

Doch nicht nur die Kinder haben Spaß, sondern auch der Darsteller des Heiligen. Auf einem Pferd und mit Helm und Mantel ausstaffiert kommt Nobert Heinz als Heiliger Martin vor der Kirche an. Seit sechs Jahren schlüpft er immer wieder in die Rolle des Heiligen. "Es macht mir einfach Spaß, die Kinder mit ihren Laternen zu sehen und sie singen zu hören", sagt der 56-Jährige.

Dann startet der erste von zehn Martinszügen in Dinslaken. Mit Musik vom Tambourkorps Oberlohberg und Gesang der Kinder und ihrer Eltern geht es einmal rund um die Kirche, bevor der Weg durch die Siedlung und ein kleines Stück Wald zurück zu Feuer und Mantelteilung führt.

Quelle: RP
 
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