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Dinslaken
Miese Noten für Dinslakens Spielplätze

Dinslaken: Miese Noten für Dinslakens Spielplätze
"Überstehende Nägel, Drahtseile, spitze oder scharfkantige Teile": Selbst auf einem Vorzeigespielplatz - wie dem erst Anfang vergangenen Jahres fertiggestellten am Augustaplatz - hat der Gutachter Mängel gefunden. FOTO: Archivfoto
Dinslaken. Ein Gutachter hat 101 Spielflächen in der Stadt - auch die an Schulen und Kindertageseinrichtungen - unter die Lupe genommen. Und es gibt kaum einen Spielplatz, bei dem er nicht Sicherheitsmängel moniert. Von Jörg Werner

Thomas Giezek zog alle Register. Bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Jugendheim P-Dorf im Juni vergangenen Jahres hatte er auf den Tischen der Verwaltungsvertreter Giftpflanzen drapiert und vor seinen Ausschusskollegen allerlei "Beweisstücke" aufgebaut. Ziel der Aktion: Er wollte darauf aufmerksam machen, dass er viele Dinslakener Spielplätze für gefährlich hält und dass dringend Abhilfe geschaffen werden müsse. In der außergewöhnlichen Sitzung räumte die Verwaltung dann durchaus ein, dass nicht alles auf Dinslakens Spielplätzen zum Besten stehe, betonte aber, dass die Sicherheit gewährleistet sei. Mit dieser Einschätzung lag sie falsch, wie aus einem Gutachten hervorgeht, auf das die Politik gedrängt hat. Repcon, ein vom TÜV zertifizierter unabhängiger Servicebetrieb für Spielplätze mit Sitz in Kleve, hat sich im Oktober vergangenen Jahres 101 Spielflächen in der Stadt - nicht nur die öffentlichen, sondern auch die an Schulen und Kindertagesstätten - angesehen und vielen schlechte Noten ausgestellt. Es gibt kaum einen Spielplatz, bei dem das Gutachten nicht sicherheitsrelevante Probleme feststellt.

"Wir räumen ein, dass die Fachverwaltung im Rathaus einige Dinge anders eingeschätzt hat als der Gutachter", erklärte dazu Stadtsprecher Horst Dickhäuser gestern auf Anfrage der Rheinischen Post. Die Verwaltung sei auch sofort tätig geworden. Zwei Spielplätze seien vorübergehend gesperrt worden, etliche Spielgeräte abgebaut. Die wesentlichen Mängel seien abgearbeitet. Das hatte die Verwaltung dem Jugendhilfeausschuss schon im Februar mitgeteilt und war in die Kritik geraten, weil sie das Gutachten der Politik bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorgelegt hatte. Dickhäuser verwies gestern darauf, dass das Gutachten über 1000 Seiten umfasse. Der Fachdienst der Verwaltung habe Zeit gebraucht, um die in der Expertise aufgeführten Mängel zu begutachten und eine Stellungnahme für die Politik zu erarbeiten. Gutachten seien interpretierbar, hinter einige der Kritikpunkte könne man ein dickes Fragezeichen setzen.

In der Tat hat der Gutachter auch bei neuen Spielplätzen, etwa dem am Rutenwall oder am Augustplatz sicherheitsrelevante Probleme festgestellt. So notiert er beispielsweise für den Kletterparcours mit Rutsche am Augustaplatz den Risikofaktor "sehr hoch" und begründet dies mit "überstehenden Nägeln" und "spitzen, scharfkantigen Teilen", was bei der Stadt auf Überraschung gestoßen ist, weil natürlich alle aufgestellten Spielgeräte vom TÜV abgenommen seien. Dennoch nehme die Stadt das Gutachten sehr ernst, weswegen sie ja auch bereits aktiv geworden sei. Davon dass die Verwaltung der Politik das Gutachten vorenthalten wolle, könne überhaupt keine Rede sein. Sie habe es der Politik inzwischen per CD zur Verfügung gestellt und werde ihr auch eine ausführliche Stellungnahme und einen entsprechenden Maßnahmekatalog vorlegen. Dies soll in einer Sondersitzung das Jugendhilfeausschusses geschehen. Darauf haben sich die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen und die Verwaltung bei einem Treffen am Montag Abend verständigt. Thomas Giezek, der sich und seine Ausschusskollegen in der heftigen Kritik vom vergangen Jahr bestätigt sehen kann, mochte dann gestern auch nicht nachkarten. "Es geht uns überhaupt nicht um Schuldzuweisungen. Uns geht es darum, dass Dinslakens Spielplätze sicher sind", sagte er der Rheinischen Post. Und in dieser Frage sieht er die Verwaltung - angestoßen durch das Gutachten - inzwischen auf dem richtigen Weg

Quelle: RP
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