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Voerde
Milch für Menschen mit Laktoseintoleranz

Voerde: Milch für Menschen mit Laktoseintoleranz
Landwirt Torben Lohmann im Stall auf seinem Hof an der Frankfurter Straße bei seinen Fleckviehkühen.
Voerde. Der Voerder Torben Lohmann schwört auf seine Fleckviehherde. Kunden bestätigen dem 34-jährigen Landwirt, dass sie nach oftmals langem Verzicht wieder frische Milch trinken können, ohne gesundheitliche Probleme zu bekommen. Von Heinz Schild

Torben Lohmann ist ganz begeistert, wie gut seine Milchtanke angenommen wird. Seit Oktober des vergangenen Jahres können sich die Kunden des 34-jährigen Landwirts an einem Automaten in dem kleinen Gebäude, das direkt hinter dem Eingangstor des Bauernhofes an der Frankfurter Straße 270 errichtet wurde, selbst mit Milch versorgen und sie dort für ein Euro je Liter zapfen. "Die Kunden sind 100-prozentig zufrieden, ich habe noch von keinem gehört, dass die Milch nicht schmeckt", berichtet Lohmann. Aus Gesprächen weiß er zudem, dass etliche seiner Kunden nach langer Zeit erstmals wieder ein Glas Milch trinken konnten, nachdem sie darauf verzichten mussten, da sie unter einer Laktoseintoleranz leiden, die Milch der Kühe seines Hofes aber problemlos vertragen.

Mittlerweile weist Torben Lohmann mit einem Aushang auf die gute Verträglichkeit der Milch hin und liefert die Erklärung gleich mit. Es hängt damit zusammen, dass seine Milchproduzenten Fleckviehkühe sind, eine alte deutsche Rasse mit einer Milchleistung von rund 8000 Litern pro Tier im Jahr. Ein spezielles Protein in der Milch, das so genannte Beta-Casein gibt es in zwei Varianten: A 1 und A 2. A 2 wird als das ursprüngliche Casein und als die natürliche Form der Kuhmilch angesehen, die der menschlichen Muttermilch sehr ähnlich und am verträglichsten ist. Bei der Fleckviehrasse soll es zu über 70 Prozent vorkommen, bei den in Deutschland weit verbreiteten Holsteinkühen deutlich seltener. Da auf dem Lohmann-Hof zu einem großen Teil Bullen eingesetzt werden, die die A 2-Variante reinerbig weitergeben, geht Lohmann davon aus, dass seine Fleckviehherde zu einem großen Teil dieses Eiweiß produziert.

Die heutige Kuhmilch besteht größtenteils aus der A 1-Milch, die für die weit verbreitete Unverträglichkeit verantwortlich ist. Für deren Entstehung hat Kerstin Lohmann, die Schwester des Landwirts, ein plausible Erklärung. Danach hat der Mensch als Kleinkind noch genügend Enzyme, welche die in der Milch enthaltene Laktose spalten können. Doch nehmen diese Enzyme mit dem Erwachsenenalter ab. Das führt dazu, dass heute nur noch etwa 70 Prozent der Deutschen Milchprodukte vertragen.

Die von seinen rund 150 Kühen produzierte Rohmilch beschreibt der 34-jährige Landwirt als "fettiger und sahniger als normale Milch", die zudem nicht den sonst typischen Stallgeruch aufweise. Die Milch werde auf vier Grad Celsius heruntergekühlt und schonend in die Milchtanke befördert, ihr Fettgehalt liege bei 4,5 Prozent, der Eiweißanteil betrage 3,6 Prozent. Im Kühlschranke halte sie sich drei bis vier Tage. "Das ist frische, leckere Milch, die richtig sahnig schmeckt", sagt Torben Lohmann.

Viele Kunden des Voerder Landwirts, der seinen Hof als einen konventionell wirtschaftenden Betrieb bezeichnet, auf dem nur regionale Futtermittel eingesetzt werden, sind inzwischen auf den Geschmack gekommen. Sie fahren mit dem Auto auf das Anwesen und zapfen sich an der Milchtanke das schmackhafte Getränk in mitgebrachten Ein-Liter-Flaschen ab. Für Großabnehmer, beispielsweise Gastronomiebetriebe, hält Torben Lohmann inzwischen auch 25-Liter-Milchkannen in Edelstahlausführung bereit. Die Milchtanke ist täglich von 6 bis 20 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
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