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Hochwasserschutz, Steag-Gelände, Emschermündung
Minister sagt Voerde Unterstützung zu

Hochwasserschutz, Steag-Gelände, Emschermündung: Minister sagt Voerde Unterstützung zu
In Götterswickerhamm informierten Bürgermeister Dirk Haarmann (Mitte) und Landtagsabgeordneter Norbert Meesters (links) Minister Franz-Josef Lersch-Mense (rechts) über den geplanten Hochwasserschutz für das Rheindorf und die damit verbundenen städtebaulichen Veränderungen. FOTO: Heinz Schild
Voerde. In Voerde war er am Donnerstag das erste Mal. Gekommen war Franz-Josef Lersch-Mense, Chef der Staatskanzlei NRW und Europa-Minister, auf Einladung des Landtagsabgeordneten Norbert Meesters, um sich über Projekte zu informieren. Von Heinz Schild

Gegen Denkverbote spricht sich Bürgermeister Dirk Haarmann aus, wenn es darum geht, was mit dem Gelände des stillgelegten Steag-Kraftwerkes in Möllen geschehen und wie es künftig genutzt werden soll. Fest steht für Haarmann: "Die künftige Nutzung muss der Stadt Voerde nachhaltig Vorteile bieten." Die Kommune fordert den kompletten Rückbau der Anlagen. Was mit dem Parkdeck und dem Verwaltungsgebäude geschen soll, sei eine andere Frage, so der Verwaltungschef.

Den Besuch von Franz-Josef Lersch-Mense, Chef der NRW-Staatskanzlei und Europa-Minister, der am Donnerstag auf Einladung des Landestagsabgeordneten Norbert Meesters nach Voerde gekommen war, nutzte der Bürgermeister, um dem Gast aus der Landeshauptstadt Projekte mit überregionaler Bedeutung vorzustellen: die Entwicklung des Steag-Geländes, der Hochwasserschutz in Götterswickerhamm und die Verlegung der Emschermündung. Der Minister sagte seine Unterstützung zu: "Sollen wir helfen, machen wir es gerne, wenn wir ein Signal von Ihnen kriegen."

Für Ende April, Anfang Mai stehen die ersten konkreten Gespräche mit Steag und RWE über den stillgelegten Kraftwerksstandort in Möllen an. Dort geht es um eine Fläche von rund 60 Hektar. Haarmann setzt sich dafür ein, dass schnell Nachfolgeperspektiven entwickelt werden. Als Grundvoraussetzung dafür sieht er eine Machbarkeitsstudie an, deren Förderung die Landesregierung nach seiner Aussage bereits zugesagt hat. Eine gewerbliche Nachnutzung bietet sich nach Haarmanns Einschätzung für das Areal an, doch seien auch Kombinationen möglich. Reines Wohnen auf dem Gelände hält er für unwahrscheinlich. Dafür muss der lokale Bedarf nachgewiesen werden, bei einer Größe dieser Fläche gehe es um rund 20.000 Einwohner.

Die Baustelle Emschermündung mit dem stillgelegten Steag-Kraftwerk (rechts im Hintergrund), wie sie sich gestern den Besuchern präsentierte FOTO: Heinz Schild

Um für das Steag-Gelände die Weichen in Richtung Zukunft zu stellen, soll ein Runder Tisch eingerichtet werden, an dem die Stadt Voerde, Steag und RWE als die beiden Eigentümer sowie die Landesregierung sitzen. Der Minister bekräftige das Interesse des Landesregierung, dass industrielle Brachflächen für eine gewerbliche Nutzung nutzbar gemacht werden.

Die künftige Entwicklung des Geländes, für das es nach Aussage des Bürgermeisters Interessenten gebe, sieht Dirk Haarmann als eine große städtebauliche Chance an. Gleiches gelte für Götterswickerhamm mit dem Mammutprojekt Hochwasserschutz. Für das Rheindorf ist unter anderem vorgesehen, den Deich, der durch den Ort verläuft, abzusenken und dadurch den ursprünglichen Dorfplatz im Bereich der Schinkelkirche wieder herzustellen. Die Abstimmungsgespräche laufen.

Straßen.NRW wird einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung des Projektes leisten. Anträge für öffentliche Fördergelder sollen nach weiterer Konkretisierung der Planungen gestellt werden. Meesters sprach von einem "Mosaik von Möglichkeiten", das genutzt werden soll. "Wir sind modular unterwegs", erklärte Bürgermeister Dirk Haarmann. Erklärtes Ziel ist es, den Ortskern Götterswickerhamm noch attraktiver zu gestalten, die Wohnqualität im Rheindorf zu verbessern und den Tourismus zu fördern. Die Landesregierung wisse um die Wichtigkeit solcher Projekte, sagte Minister Lersch-Mense, denn NRW sei nicht nur eine Industrieregion, auch der ländliche Raum sei für die Entwicklung des Landes von Bedeutung.

Am Hagelkreuz im Dinslakener Orteilsteil Eppinghoven konnte der Minister sich einen Eindruck von der Baustelle der neuen Emschermündung verschaffen. Durch die Verlegung der Mündung wird Voerde Emscherkommune, wie Bürgermeister Dirk Haarmann berichtete. Details des Projektes erläuterten Norbert Stratemeier und Jörg Müller von der Emschergenossenschaft den Besuchern.

Quelle: RP
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