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Dinslaken
Minzenmay bedauert, dass Streit der FDP öffentlich ausgetragen wird

Dinslaken: Minzenmay bedauert, dass Streit der FDP öffentlich ausgetragen wird
Der frühere liberale FDP-Ratsherr Bernd Minzenmay FOTO: Archivfoto
Dinslaken. Der frühere FDP-Ratsherr bezieht Stellung in der Auseinandersetzung zwischen seinen Parteifreunden Gerald Schädlich und Mirko Perkovic. Von Heinz Schild

Italien ist weit weg. Aber auch nicht so weit entfernt, dass man dort nichts von den Streitereien innerhalb der Dinslakener FDP mitbekommen würde. Bernd Minzenmay, früherer Ratsherr der Liberalen, hatte sich mit Vollendung seines 70. Lebensjahres aus Beruf und Politik zurückgezogen und verbringt seither viel Zeit in Italien. Die Auseinandersetzung zwischen seinen Dinslakener Parteifreunden Gerald Schädlich und dem FDP-Vorsitzenden Mirko Perkovic hat ihn allerdings betroffen gemacht und veranlasst, Stellung zu beziehen. Dies auch, weil Schädlich dem Parteichef Mirko Perkovic vorgeworfen hat, dieser vermittle den Eindruck, "den alten Strukturen und Handlungsweisen aus der überwunden geglaubten Minzenmay-Ära" weiterhin nachzuhängen.

Minzenmay hat nach eigener Aussage Gerald Schädlich "stets als aufrichtigen Liberalen gesehen und seine politische Meinung immer sehr geschätzt". Dass es dann zum Bruch zwischen beiden gekommen ist, führt Minzenmay auf das persönliche Verhalten von Gerald Schädlich zurück, das seinerzeit zu dessen Ausschluss aus der FDP-Fraktion geführt habe. Kurz nach Beginn der Ratsperiode 2009-2014 befanden sich laut Minzenmay erhebliche Überschüsse aus den städtischen Zuwendungen aus der vorangegangenen Ratsperiode auf dem FDP-Fraktionskonto. Dies Geld sollte an die Stadtkasse zurückgezahlt werden. Dem hätten Gerald Schädlich, damals noch Fraktionsmitglied, und ein sachkundiger Bürger widersprochen. "Beide forderten, die der Stadtkasse zustehenden Beträge rückwirkend für die vorangegangene Ratsperiode als Honorar des Fraktionsgeschäftsführers - dieses Amt war durch Gerald Schädlich bekleidet worden - zu deklarieren", führt Bernd Minzenmay in seiner Stellungnahme aus. Er habe diese Forderung abgelehnt, daraufhin hätte Gerald Schädlich sich beim FDP-Kreisvorstand über Minzenmay beschwert und angegeben, Minzenmay könne nicht mit Geld umgehen und würde das Vermögen der Fraktion verschleudern. Das veranlasste den so Angegriffenen dazu, den Ausschluss von Schädlich und dessen Unterstützers aus der Fraktion zu beantragen. Das war im Jahr 2010, damals machte der aus der FDP-Fraktion ausgeschlossene Gerald Schädlich als Einzelvertreter im Rat weiter.

Als "offensichtlich demokratiefeindlichen Akt" bezeichnete es Minzenmay, als vor der Wahl der Reserveliste für die Ratsperiode ab 2014 plötzlich elf Neumitglieder, davon acht mit Nachnamen Schädlich und Freunde sowie Geschäftspartner von Gerald Schädlich, in die FDP eintraten.

Kritik äußert Bernd Minzenmay auch am Dinslakener Parteivorsitzenden. Denn aus Minzenmays Sicht ist es ein Fehler, den internen Streit öffentlich gemacht zu haben, sagte er gestern gegenüber der RP.

Quelle: RP
 
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