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Serie Stadtführungen
Mit dem Fahrrad Hiesfeld erkunden

Dinslaken. Stadtführer Eduard Sachtje entführt seine Führungsgäste mit dem Drahtesel in die bewegte Geschichte des Stadtteils. Von Florian Langhoff

Dinslaken Auf dem Drahtesel reisen die Teilnehmer von Eduard Sachtjes besonderer Führung durch Hiesfed an. Unter dem Motto "Historisches Hiesfeld" soll es mit dem Fahrrad auf Erkundungsreise in die Vergangenheit gehen. "Wir brauchen dafür ein Fahrrad, weil Hiesfeld einfach so groß war. Hiesfeld war die flächenmäßig größte Landgemeinde Preußens", erklärt Eduard Sachtje. Dann macht sich die Gruppe auf ihren zweirädrigen Gefährten auf, Hiesfeld neu zu erkunden.

Die erste Haltestelle ist die evangelische Dorfkirche. "Auch wenn die Dinslakener das nicht gerne hören: Hiesfeld ist wesentlich älter als Dinslaken", berichtet Eduard Sachtje hier. So stand der Turm der Dorfkirche schon vor 1000 Jahren an seinem Platz. Damals freilich war das Gotteshaus noch katholisch und dem heiligen Cyriakus geweiht. "Den findet man heute noch oben auf dem Stadtwappen von Hiesfeld wieder, das gleichzeitig das Wappen des TV Jahn Hiesfeld ist", sagt Eduard Sachtje. Im unteren Teil des Wappens dokumentiert die Zugehörigkeit von Hiesfeld zum Herzogtum Kleve, wobei Legenden zur Folge eine der Töchter aus dem Hause Dinslaken mit einem der Grafen von Kleve verheiratet gewesen sein soll. So behaupten jedenfalls die Chronisten. "Das waren wahrscheinlich die Vorläufer von Rosamunde Pilcher", sagt Sachtje. Denn so eine Verbindung hat es wohl in der Realität nie gegeben.

Die nächste Station wäre mit der Rotbachbrücke allerdings auch leicht zu Fuß erreichbar gewesen. Wo man heute den Rotbach überqueren kann, ohne das als Autofahrer überhaupt zu merken, stand früher eine Wassermühle. "Hier gab es sogar eine Doppelmühle", berichtet Eduard Sachtje, während seine Tourgäste auf den Rotbach blicken. Dann zaubert der Städteführer eine Bildmontage aus der Tasche und zeigt, wie das in etwa ausgesehen haben könnte.

An die Dorfschule, die nächste Station auf der Reise, können sich einige Teilnehmer noch aus ihrer Schulzeit erinnern. Und damit ist die alte Dorfschule gemeint, deren zuletzt 1930 erbautes Gebäude heute teil des Gustav-Heinemann-Schulzentrums ist. Schon 1585 wurde die erste Schule neben der Kirche betrieben, berichtet Eduard Sachtje. "Allerdings hieß das nicht, dass jeder zur Schule ging. Auch mit der später eingeführten allgemeinen Schulpflicht nicht", sagt Sachtje und zitiert eine Notiz aus dem Jahre 1843, nach der nur gut 40 der 230 Schüler regelmäßig zum Unterricht erschienen.

Weiter geht es zur Ecke zwischen Mühlenmuseum, Freibad und Haus Hiesfeld. "Das war hier früher das zweite Zentrum der Stadt", erläutert Eduard Sachtje und weiß zum Freibad noch Neues zu berichten. "Ganz am Anfang gab es hier ein 100-Meter-Becken, das später in zwei 50-Meter-Becken geteilt wurde", erklärt er und erzählt ein wenig über die Geschichte des Haus Hiesfeld. So geht es weiter durch den Ortsteil mit kleineren und größeren Zwischenstopps, bei denen Eduard Sachtje teilweise Anekdoten erzählt, wie die, dass Noah nach der Sintflut mit der Arche im Stadtteil landete. "Hie is Feld!", soll die biblische Figur dabei gerufen haben und somit wäre der Name des Ortsteils erklärt.

Und auch einzelne Straßennamen erklärt Sachtje auf der Tour, die über die Hirschkampstraße bis nach Oberhausen-Schmachtendorf und wieder zurück führt. "Hiesfeld ist größer, als manch einer glaubt", meint der Stadtführer nach der Rundfahrt.

Quelle: RP
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