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Dinslaken
Mit dem Motorrad Richtung Nordkap

Dinslaken: Mit dem Motorrad Richtung Nordkap
Marian Fuchs (links) und Johann Paul wollen mit ihren Motorrädern bis zum Nordkap fahren. FOTO: martin Büttner
Dinslaken. Am 26. Juni machen sich Johann Paul und Marian Fuchs aus Dinslaken auf den Weg nach Norden. Auf ihren BMW wollen sie nach Norwegen fahren und dann wieder zurück. Mehr als 5000 Kilometer liegen vor ihnen. Von Florian Langhoff

Die Idee, mit dem eigenen Motorrad zum Nordkap auf der norwegischen Insel Magerøya aufzubrechen, hatte Johann Paul schon vor Jahren. "Eigentlich wollte ich mit meiner Frau fahren, aber die ist dann verstorben. Das hat alles geändert", berichtet der 61-Jährige. Im Gespräch mit seinem früheren Arbeitskollegen Marian Fuchs wurde die Idee dann wieder aktuell. "Wir haben früher beide auf der Zeche Lohberg die Welt unter Tage erkundet. Jetzt wollen wir sie uns überirdisch ansehen", scherzt der 58-jährige Hobbybiker. Ein Jahr lang plante das Duo seine Reise in Richtung Nordkap. Jetzt soll es bald losgehen. "Das wird sicher ein tolles Erlebnis", meint Marian Fuchs. "Ich bin schon richtig im Reisefieber", kommentiert Johann Paul.

Die beiden Männer im Frühruhestand haben ihre Reiseroute genau geplant. Auf dem Hinweg wollen sie die schnellste Strecke zu ihrem Ziel nehmen. Mit den Motorrädern geht es zuerst nach Travemünde. Von dort aus mit der Fähre nach Helsinki. Und dann auf dem kürzesten Weg Richtung Nordkap. "Das sind rund 1800 Kilometer über Land", erklärt Marian Fuchs. Das Nordkap, ein aus dem Eismeer emporragendes Schieferplateau, das als einer der nördlichsten Punkte in Europa gilt, ist dabei nicht von ungefähr das Ziel der beiden Biker. "Unter Motorradfahrern ist das eine Pilgerstätte", erklärt Johann Paul. Am nördlichsten Postamt Europas kann man sich ein Zertifikat mitnehmen, dass man den Weg geschafft hat. "Das wird dann zu Hause eingerahmt und ins Wohnzimmer gehängt", sagt der 61-Jährige.

Was nach einer relativ komfortablen Tour klingt, ist dabei eine wahre Abenteuerreise. "Es gibt einen Abschnitt auf der Strecke, wo wir 250 Kilometer quer durch die Wildnis fahren. Da gibt es nichts", erklärt Johann Paul. "Wir müssen nur aufpassen, dass wir unterwegs keinen Elch überfahren", scherzt Marian Fuchs. Übernachten werden die beiden in Zelten, die sie auf ihren Motorrädern mitnehmen - oder in Hütten, die man in Finnland anscheinend kostenlos benutzen kann, wenn man sie so verlässt, wie man sie vorgefunden hat. "Wenn es irgendwo günstig ist, werden wir vielleicht auch mal in einer Pension übernachten", erklärt Johann Paul.

Neben dem Zelten haben sie auch Kleidungsstücke, Werkzeug, Konserven und andere Nahrungsmittel im Gepäck. Gut 70 Kilogramm an Ladung kommen so für jedes der beiden Motorräder zusammen, fein säuberlich verpackt. "Das treibt natürlich auch den Benzinverbrauch nach oben", sagt Johann Paul. Für ihre Tour rechnen die beiden Biker alleine mit Spritkosten von etwa 1000 Euro.

Stress machen sich die beiden Ruheständler allerdings nicht. Sie wollen jeweils so weit fahren, wie sie können, rechnen damit, etwa 500 Kilometer pro Tag zu schaffen. Und während sie nach drei Tagen schon am Nordkap sein wollen, darf der Rückweg ruhig etwas länger dauern. "Wir haben uns beide schon Orte ausgesucht, die wir besuchen wollen. Ich werde an den Fjorden wohl alle zwei Minuten anhalten, um Fotos zu machen", erklärt Marian Fuchs. Als Hobbyfotograf möchte er seiner Leidenschaft frönen. Und auch Johann Paul hat einige bestimmte Ziele im Sinn. "Ich sammle T-Shirts und Souvenirs vom Hard Rock Cafe", erklärt der 61-Jährige. Die Läden der Kette in Helsinki, Stockholm und Kopenhagen sind daher fest für die Tour eingeplant.

Der Rückweg wird daher mehr als doppelt so lang, wie der Hinweg und wird über Schweden und Dänemark zurück nach Deutschland führen. "Wir denken, dass die Tour zwischen drei und vier Wochen dauern wird. Aber wir haben ja keinen Zeitdruck", sagt Marian Fuchs. So könnten auf die Nordkap-Tour noch weitere Motorradfahrten folgen.

Quelle: RP
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