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Reportage Am Montag
Mit Sonnenbrillen in den Nieselregen

Reportage Am Montag: Mit Sonnenbrillen in den Nieselregen
Munja Lorrek, Yvonne Jargon und Isabell Lorrek (v.l.n.r.) hatten Spaß beim Open Air. "Wir tun jetzt einfach so, als hätten wir 35 Grad", nahm sich das Trio vor. FOTO: Büttner
Dinslaken. Beim "Gefühlsrausch"-Open-Air feierten trotz grauem Himmel und gelegentlichem Regen vor allem junge Menschen. Von Florian Lang

Graue Wolken über dem Festivalgelände neben dem Stadtwerkebad DINamare, gelegentlich fallen Regentropfen von oben auf die Besucher des "Gefühlsrausch"-Open-Air. "Eigentlich wollten wir ein bisschen das schöne Wetter genießen", sagt Besucherin Yvonne Jargon. "Aber jetzt werden wir einfach etwas feiern, tanzen und Spaß haben", sagt sie weiter. "Wir tun jetzt einfach so, als hätten wir Sonnenschein und 35 Grad", ergänzt Isabell Lorrek.

Ein Gedanke, den sich scheinbar ein Großteil der jungen Besucher der Veranstaltung auf die Fahne geschrieben hat.

Die Sonnenbrille auf der Nase gehört auf dem Festivalgelände einfach dazu, auch wenn kaum jemand Gefahr läuft, sich durch übermäßige Sonneneinstrahlung die Augen zu ruinieren. Die Garderobe der jungen Partygänger ist ebenso widersprüchlich wie das eher herbstliche Wetter zur sommerlichen Strandpartie: Während die einen sich in T-Shirt oder Hotpants wohlzufühlen scheinen, zittern einige der Besucherinnen trotz Jacke oder Pullover ein wenig. Kein Wunder, liegt die Temperatur doch noch knapp unter der 10-Grad-Marke.

"So lange die Cocktails noch kühler sind als die Außentemperatur, geht das alles noch", scherzt Besucherin Munja Lorrek. "Die Leute machen die Stimmung und nicht das Wetter."

Warmtanzen oder Warmtrinken? Eine Frage, die unter den jungen Festivalbesuchern zwei Antworten findet. Während die ersten zu elektronischer Musik, die aus der Lautsprecheranlage kommt, auf dem feuchten Sand tanzen, machen sich die anderen lieber auf den Weg an die Bar.

Die knallbunten Slush-Ice-Mixturen (mit oder ohne "Schuss"), die man hier bekommt, erfreuen sich großer Beliebtheit - und einige der Feiernden strecken sich gegenseitig zum Spaß die von Drinks eingefärbten Zungen raus.

Andere Besucher sparen sich das Geld für die Cocktails und trinken noch kurz im Auto ein Bier, bevor sie das Festivalgelände betreten. "Party!", ruft ein junger Mann und reckt die Hände gen Himmel, als er mit einer kleinen Gruppe das Gelände betritt. "Es ist noch relativ neu hier und direkt bei uns um die Ecke. Da mussten wir einfach vorbeischauen", sagt Isabell Lorrek. Manche haben auch einfach einen besonderen Anlass: Mit pinken Schärpen um den Oberkörper und mit plüschigen Ohren dekorierten Haarreifen feiert eine Gruppe von jungen Frauen hier einen Junggesellinnenabschied.

Gut 600 Karten hatten die Veranstalter schon im Vorverkauf abgesetzt und über 1500 Gäste meldeten sich über das soziale Netzwerk Facebook zur besonderen Strandparty an.

"Wir haben im Vorfeld Wetterdaten angeschaut und das letzte Maiwochenende war in den vergangenen Jahren fast immer gut. Wir haben einfach Pech", erklärt Andreas Heinrich, Geschäftsführer der Dinslakener Bäder GmbH, die das Gelände neben dem DINamare für die Veranstaltung vermietet hat.

Nach 22 Uhr verlagert sich die Feier mit den DJs von der Außenfläche in die Kellerräume des Bades, die extra für den Anlass umdekoriert wurden.

Quelle: RP
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