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Dinslaken
Monika Piechula wirft das Handtuch

Dinslaken: Monika Piechula wirft das Handtuch
Monika Piechula sollte SPD-Chefin werden. FOTO: Archivfoto
Dinslaken. Monika Piechula will am 13. April offenbar nicht mehr für den Vorsitz der Dinslakener SPD kandidieren. Die Hiesfelder SPD-Chefin ist parteiintern unter Beschuss geraten. Das hat, wie es aus Parteikreisen hieß, zu ihrem Entschluss geführt. Von Jörg Werner

Auf ihrer persönlichen Facebook-Seite präsentiert Monika Piechula ein Porträt-Foto von sich, um das Flammen züngeln. Das Bild hat wohl unbeabsichtigt einige Symbolkraft, denn um die Vorsitzende des Hiesfelder Ortsvereins ist offenbar eine recht hitzige innerparteiliche Diskussion entbrannt.

In Parteikreisen zirkuliert seit einiger Zeit eine Art "Materialsammlung", die zeigen soll, dass Monika Piechula womöglich nicht die geeignete Persönlichkeit ist, um die Führung des sozialdemokratischen Stadtverbandes zu übernehmen. Bei dem, was Parteifreunde da zusammengetragen haben, soll es sich um Facebook-Einträge von Piechula handeln, in denen sie in der Flüchtlingsfrage wiederholt eine rechtspopulistische Gesinnung zum Ausdruck gebracht haben soll, die nicht mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie vereinbar sei. Von solchen Einträgen ist aktuell auf Monika Piechulas Facebook-Seite allerdings nichts zu finden.

Der Vorsitz des SPD-Stadtverbandes ist nach dem Tod Friedhelm Wlceks im Sommer vergangenen Jahres unbesetzt. Im Januar präsentierten dann die drei Vorsitzenden der Ortsvereine, Simon Panke (Mitte), Volker Grans (Nord) und eben Monika Piechula, den gemeinsamen Vorschlag, dass die Hiesfelder SPD-Chefin bei einer Stadtverbandsversammlung am 13. April zur neuen Vorsitzenden der Dinslakener Sozialdemokraten gewählt werden sollte.

Sie hat nicht nur langjährige Erfahrungen als Ortsvereinsvorsitzende, sondern auch als örtliche Wahlkampfmanagerin etwa für Bürgermeister Dr. Michael Heidinger oder den Bundestagsabgeordneten Dirk Vöpel.

Dinslakens SPD-Spitze zeigte sich gestern auf Anfrage nach der Kritik an Piechula zugeknöpft. Simon Panke mochte keinen Kommentar abgegeben. Volker Grans gab sich völlig uninformiert. Er sei in Urlaub gewesen und habe noch nichts von dem Rückzug Piechulas gehört. Monika Piechula selbst war für eine Stellungnahme den ganzen Tag über nicht zu erreichen. Juso-Chef Patrick Müller bestätigte immerhin, dass bei den Dinslakener Jungsozialisten erhebliche Bedenken gegen die Wahl Piechulas zur Stadtverbandsvorsitzenden gebe. "Ja, das stimmt." Und auf die Frage, ob es dabei um den Vorwurf des Rechtspopulismus geht: "Ja, das geht in die Richtung."

Mit ihrem Verzicht hat Piechula offenbar etliche Parteifreunde überrascht. Johannes Niggemeier, der heute als Nachfolger von Simon Panke, der sein Amt abgibt, zum Ortsvereinsvorsitzenden der SPD Mitte gewählt werden soll, erklärte noch gestern Nachmittag, dass es wohl eine solche Materialsammlung gegen Piechula geben solle. Er kenne diese aber genauso wenig wie die Facebookeinträge. Er gehe davon aus, dass Monika Piechula am 13. April von der Stadtverbandsversammlung gewählt werde.

Anneliese Wlcek, die zur Stellvertreterin Piechulas im Stadtverbandsvorstand gewählt werden sollte, sagte dagegen, dass sich ihre eigene Kandidatur erledigt habe. Nach ihrem Wissenstand werde es neue Kandidaten geben. Sie wolle den Parteigremien aber nicht vorgreifen. Als Ortsvereinsvorsitzende sei Monika Piechula ohnehin stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende. Eine zusätzliche Stellvertreterin hätte es nur gebraucht, wenn diese das Amt an der Parteispitze auch übernommen hätte.

Neben den innerparteilichen Querelen um die Kandidatin könnte noch etwas für kontroverse Diskussionen bei der Stadtverbandsversammlung führen. Die SPD Mitte hat beantragt, die bisherigen drei Ortsvereine in einen einzigen großen zu überführen - wie das schon die Voerder Sozialdemokraten praktiziert haben. Der Ortsverein geht laut Niggemeier allerdings davon aus, dass der Antrag keine Mehrheit bei den Delegierten des Stadtverbandes finden wird.

Quelle: RP
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