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Dinslaken/Duisburg
Mordprozess Dagmar E.: Ton im Gerichtssaal wird rauer

Dinslaken/Duisburg. Die ursprünglichen zwölf Verhandlungstage im Prozess gegen vier junge Männer, die sich im Zusammenhang mit der Ermordung der 58-jährigen Dinslakenerin Dagmar E. vor dem Landgericht Duisburg verantworten müssen, neigen sich dem Ende entgegen. Bis zum 22. März sind nun nochmals drei zusätzliche Termine bestimmt worden. Und der Ton im Gerichtssaal, insbesondere zwischen den Verteidigern, wird schärfer.

Anlass dafür bot zuletzt die erneute Vernehmung des Angeklagten Alexander E. Der 24-jährige Sohn der am 30. September in ihrer Wohnung getöteten Kosmetikerin soll laut Anklage regungslos dabei gesessen haben, als zwei der Mitangeklagten seine Mutter heimtückisch angriffen und erstickten.

Gutachter fanden keine Anhaltspunkte für eine geistige oder seelische Störung bei Alexander E. Eine durch die Akten geisternde frühere Diagnose eines Asperger-Syndroms, einer Autismus-Variante, sei offenbar falsch. Teile der Verteidigung gerieten sich auch gestern wieder in die Haare. Die Verteidigerinnen des 26-jährigen Abenezer E. warfen dem Verteidiger von Alexander E. mehr oder weniger offen vor, eine falsche Erklärung gegeben zu haben, als er vor Gericht den Sinneswandel im Aussageverhalten seines Mandanten zu erklären versuchte. Die Jugendkammer deutete an, dass vor dem Abschluss der Beweisaufnahme rechtliche Hinweise zu erwarten seien, die eine Verurteilung in Abweichung der ursprünglichen Anklage möglich machen könnten.

(bm)
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