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Dinslaken
Müller-Böhm verärgert FDP Dinslaken

Dinslaken: Müller-Böhm verärgert FDP Dinslaken
Roman Müller-Böhm, FDP-Bundestagsabgeordneter FOTO: MB
Dinslaken. Jüngster Abgeordneter im neuen Bundestag sorgt für Negativschlagzeilen. Von Heinz Schild

Roman Müller-Böhm gehört noch nicht lange dem Deutschen Bundestag an, schon hat der 24-Jährige für negative Schlagzeilen gesorgt. In der Zeitung Die Welt erschien am 8. November ein Artikel, in dem geht es um das Geschäftsgebahren des jüngsten Abgeordneten im Berliner Parlament, der im Wahlkreis Oberhausen - Wesel III (Dinslaken) angetreten ist und über die nordrhein-westfälische Landesliste der FDP ins Parlament kam.

Müller-Böhm hat, so heißt es in dem Artikel der Welt, als Schatzmeister der Jungen Liberalen (Julis) in Nordrhein-Westfalen, der Jugendorganisation der FDP, Aufträge, beispielsweise für die Herstellung von Flyern und anderen Wahlkampfmitteln, an die Firma Design. Sorgenfrei mit Sitz in Bochum vergeben. Dies nach Beschluss des Landesvorstandes der Julis. Allerdings hat es Müller-Böhm lange Zeit nicht für nötig gefunden zu sagen, dass er an der 2015 gegründeten Firma beteiligt ist. Laut Handelsregister hat er die Firma mit einem weitren Gesellschafter gegründet und hält einen Geschäftsanteil von 50 Prozent. Dass er dies lange Zeit fürnicht erwähnenswert hielt, hält ihm nun der Landesvorsitzende der Julis, Moritz Körner, vor und hat deshalb eine Kassenprüfung eingeleitet, wie sein Büro gestern bestätigte. Erst kurz vor der Bundestagswahl im September sei die Beteiligung an der Firma bekannt geworden. Am 18./19 November tagt der Landeskongress der Julis in Bielefeld, dann sollen die Ergebnisse der Prüfung vorliegen. Roman Müller-Böhm war gestern telefonisch für eine Stellungnahme zu den Vorgängen nicht zu erreichen. Angeblich will er den Schatzmeisterposten beim Landeskongress abgeben, um sich künftig auf sein Bundestagsmandat zu konzentrieren.

Von der Unternehmensbeteiligung habe er sich Anfang dieses Monats getrennt, Gewinnausschüttungen oder Provisitionen will er nicht erhalten haben, wie er der Zeitung Die Welt mitgeteilt habe.

Tief enttäuscht vom neuem Bundestagsabgeordneten der FDP im Wahlkreis Oberhausen - Wesel III, der auch für Dinslaken zuständig ist, zeigte sich gestern Mirko Perkovic, Ratsmitglied der FDP im Dinslakener Stadtrat und Vorsitzender des Parteivorstandes der hiesigen Liberalen. Die Dinslakener Liberalen hätten für Roman Müller-Böhm im Bundestagswahlkampf gerackert, für ihn plakatiert, doch gesehen hätten sie ihn nicht. "Er hat es im Wahlkampf nicht geschafft, auch nur einmal bei uns zu sein", erklärte Mirko Perkovic verärgert. Müller-Böhm habe sich nichtmals persönlich für den Einsatz der Dinslakener bedankt. Auch habe es keine Rückmeldung von ihm gegeben. In Oberhausen lasse Müller-Böhm sich blicken, doch den Weg nach Dinslaken finde er nicht. "Das geht nicht. Dieses Verhalten ist respektlos. Die Dinslakener Liberalen haben jetzt ein Bundestagsmitglied für den Wahlkreis, das sich nicht um uns kümmert", spricht Perkovic Klartext und wirft dem 24-jährigen Jurastudenten "schlechten Stil" vor. "Das ist momentan kein Mitglied im Bundestag, auf das die Dinslakener FDP stolz sein könnte", erklärte Perkovic weiter. Der Parteichef macht keinen Hehl daraus, dass er nicht geneigt ist, sich nochmals für den 24-Jährigen einzusetzen. "Das Vertrauen ist weg", begründet Mirko Perkovic seine Haltung.

Quelle: RP
 
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