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Dinslaken
Musiker von Weltrang beim Sommerton

Dinslaken: Musiker von Weltrang beim Sommerton
Dorantes (l.) und Renaud García-Fons wollen die Zuhörer mitnehmen auf einen mediterranen Spaziergang. FOTO: Sommerton
Dinslaken. Klassik, Jazz, Weltmusik und eine Reise zum Mond - das erwartet die Besucher vom 25. bis 27. August in Diersfordt.

In diesen Tagen wird am Schloss Diersfordt zum sechsten Mal ein Konzertzelt aufgebaut, in dem das Sommerton-Team nach eigenen Angaben ein "fulminantes Musikereignis" auf die Beine stellen wird. Einem Festival werde die Bühne bereitet, das getrost "als herausragendes musikalisches Kleinod im Bereich Klassik, Jazz und Weltmusik" bezeichnet werden könnte. International bekannte Musiker werden den Weg nach Diersfordt finden. Der WDR überträgt, wie jedes Jahr, Teile des Sommerton-Festivals. Allein drei der in diesem Jahr auftretenden Künstler haben 2017 einen Echo gewonnen - andere in den Vorjahren. Und mehrere Künstler des Line-up treten in diesem Jahr in der Hamburger Elbphilharmonie oder der Berliner Philharmonie auf.

"Ein solches Festival, ehrenamtlich und rein aus Sponsorengeldern finanziert, zu stemmen, ist ein ganzjähriger, gewaltiger Kraftakt, der von Besuchern aus ganz Deutschland und den Nachbarländern begeistert rezipiert und von der Fachpresse hochgelobt wird", heißt es. Das Sommerton-Festival besitze kulturelle Strahlkraft für die gesamte Region. Im Kreis Wesel habe sich ein dem Festival tief verbundenes Stammpublikum entwickelt, das sich in jedem Jahr auf die musikalische Weltreise freue", ist das Organisatoren-Team überzeugt.

In diesem Jahr verlassen die Sommertöne am zweiten Tag die Erde und begleiten die Komponisten Michael Wollny und Eric Schaefer mit ihrem 22-köpfigen Ensemble auf einen musikalischen Ausflug zum Mond: Unterstützt von der Kunststiftung NRW hat Sommerton einen Kompositionsauftrag an Deutschlands renommiertesten Jazzpianisten und seinen Triopartner vergeben. Mit der Sommerton-Auftragskomposition "Moon" sei ein musikalisches Werk entstanden, das neue musikalische Maßstäbe setze, indem ein klassisches Bläserensemble, mit einem Jazz-Trio gemeinsam, improvisierend etwas einzigartig Neues zur Uraufführung bringe, heißt es.

Die französische Sängerin Noemi Waysfeld FOTO: Sommerton e. V.

Ein Merkmal des diesjährigen Programms ist also das Schaffen neuer Verbindungen zwischen Klassik und Jazz. Das betrifft Hakon Kornstad, der Operngesang und Jazz auf "noch nie gehörte Weise zusammenbringt. Hakon Kornstad schafft es, zwei völlig verschiedene musikalische Ausdrucksformen auf höchstem Niveau zu verbinden".

Es betrifft auch den Musiker, Komponisten und Schriftsteller Ketil Björnstad, der seine Karriere als klassischer Pianist von heute auf morgen beendete und unter dem Einfluss von Miles Davis und Keith Jarrett seine eigene Musik schafft, bei der er zum Beispiel, ausgehend von Mozarts melodischem Werk, improvisierend Neues im Grenzbereich von Jazz und Klassik entwickelt. Sein Konzert am Sonntag in der Schlosskirche ist ausverkauft. Im Eröffnungskonzert am Freitag, 25. August, begrüßt das Publikum die weichen, fast kammermusikalischen Improvisationen von Vincent Peirani mit seinem Duo-Partner Émile Parisien.

Wer Renaud García-Fons in den vergangenen Jahren erleben durfte, kennt ihn als Virtuosen, der musikalische und technische Grenzen spielerisch überschreitet. Begleitet wird er vom klassisch geschulten Pianisten Dorantes auf einem mediterranen Spaziergang, Paseo à dos, das in Spanien zum besten Instrumentalalbum gekürt wurde.

Der Meister der persischen Geige, Kayhan Kalhor, ist eine musikalische Säule für Yo Yo Mas Silkroad Ensemble, das Orient und Okzident verbindet. Bei Sommerton webt er gemeinsam mit dem Baglama-Spieler Erdal Erzincan einen verzaubernden Klangteppich. Die Musiker spielen auf einem Teppich sitzend, auf dem bei einer Gala in Düsseldorf unter anderem Paul McCartney, Cat Stevens, Andy Gibb und Anoushka Shankar präsentiert wurden.

Die Französin Noemi Waysfeld betört durch ihren samtenen Alt und ihr Temperament. Mit ihrem Ensemble Blik schafft sie Lieder, die zum Tanzen und zum Weinen bringen. Die Zuhörer können legendären Fado in jiddischen Liedern sowie arabische Klänge und Romaweisen erleben. Eine tiefemotionale Begegnung traditioneller Klänge in neuem, funkelndem Gewand.

Quelle: RP
 
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