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Dinslaken
Nabu wildert Turmfalken aus

Dinslaken. Die Tiere wurden zwei Monate lang in der Greifvogelstation aufgepäppelt.

Ein Dutzend Kinder stehen auf einem Feldweg neben dem Wohnungswald bereit. Die Nabu-Kindergruppe, geleitet von Petra Sperlbaum, ist heute mit einem ganz besonderen Auftrag unterwegs: Turmfalken in die Freiheit entlassen. Es ist für die Kinder ein besonderes Erlebnis, auch wenn sie regelmäßig etwas Besonderes mit der Gruppe machen, etwa Kartoffeln ernten oder auf Streuobstwiesen Saft pressen.

"Die Kinder sollen die Natur und die Jahreszeiten direkt erfahren können", erklärt Naturerlebnis-Pädagogin Petra Sperlbaum die Idee hinter den Gruppenaktivitäten. Mit einem kleinen Bollerwagen ziehen sie ihre wertvolle Fracht über den schmalen Weg in Richtung Waldrand des Wohnungswaldes. Im Gepäck haben die Kinder vier Turmfalken, die in Kartons mit Luftlöchern darauf warten, in die Freiheit entlassen zu werden. "Die Vögel mögen es, wenn es eng und dunkel ist. Ansonsten wäre für sie die Aufregung zu groß", erklärt Peter Malzbender, Vorsitzender der Nabu-Kreisgruppe Wesel.

Vor acht Wochen waren die Turmfalken nach einem starken Platzregen in die Greifvogelstation des Nabu gekommen. "Besorgte Bürger hatten gemeldet, wo die Vögel zu finden sind und wir haben sie dann eingesammelt", erklärt Peter Malzbender. Die Turmfalken wurden in der Greifvogelstation aufgepäppelt und für ihre Auswilderung fit gemacht. Seit ihrer Gründung 1984 wurden dort mehr als 8000 Greifvögel und Eulen abgeliefert, von denen mehr als 80 Prozent nach ihrem Aufenthalt erfolgreich ausgewildert werden konnten.

Am Rande eines Feldes in der Nähe des Waldrandes macht die Gruppe halt. Peter Malzbender zieht sich einen Handschuh an, greift in eine der Kisten und nimmt einen der Turmfalken heraus, den er Petra Sperlbaum in die Hand gibt. Der Vogel breitet seine Schwingen aus und scheint am liebsten sofort losfliegen zu wollen.

Auch die anderen Tiere holt der Vorsitzende der Nabu-Kreisgruppe aus den Kartons. Die Vögel sind bereit zum Abflug. Aber werden sie nach zwei Monaten in der Greifvogelstation auch draußen erfolgreich überleben können? "Die haben in den vergangenen Tagen schon Lebendfutter bekommen. Das heißt, sie haben gezeigt, dass sie jagen können", erklärt Malzbender.

Dann öffnen sich die behandschuhten Hände und die Turmfalken fliegen über das Feld hinweg davon. Die Kinder schauen den Greifvögeln hinterher und staunen über die Schnelligkeit der Tiere, die sie gerade in die Freiheit entlassen haben.

(fla)
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