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Dinslaken
Nachhilfe für die Berufsausbildung

Dinslaken. Wenn es in der Berufsschule oder im Ausbildungsbetrieb nicht rund läuft, können ausbildungsbegleitende Hilfen der Agentur für Arbeit weiterhelfen. In Dinslaken gibt das Diakoniewerk Duisburg Nachhilfestunden.

Vier junge Leute aus dem Kreis Wesel sind dank der Nachhilfestunden beim Diakoniewerk Duisburg in Dinslaken wieder auf einem guten Weg beziehungsweise haben die Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen.

Die angehende Industriekauffrau Kerstin Schmidt sitzt in ihrer Berufsschulklasse mit vielen Dualstudierenden zusammen. Während sie über einen Realschulabschluss mit Qualifizierung verfügt und obendrein die Jüngste ist, bringen die meisten anderen Abitur mit. "Dadurch ist das Tempo sehr hoch und ich habe etwas den Anschluss verloren", berichtet die 17-Jährige: "Meine Lehrerin gab mir den Tipp mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen." Den Weg zum Team von Johannes Tatarczyk vom Diakoniewerk Duisburg in Dinslaken hat sie nicht bereut. Jeden Montag kommt sie zum intensiven Nachhilfeunterricht im Fach Rechnungswesen vorbei. Das hat sich schnell ausgezahlt: "Die nächste Klausur war zwei Noten besser." Besonders das Lernen in kleinen Gruppen und die Möglichkeit zum Nachfragen haben ihr nach sehr geholfen.

Neu dabei ist Marie-Lucia Djoli. Die 18-Jährige absolviert seit knapp zwei Jahren eine Ausbildung zur Verkäuferin und steuert nun auf die Abschlussprüfung im Mai zu. "Die Nervosität steigt und ich habe das Gefühl, dass ich in den Klausuren alles vergesse." Die junge Dinslakenerin möchte ihre Ausbildung möglichst so gut beenden, dass sie noch das dritte Ausbildungsjahr zur Einzelhandelskauffrau dranhängen kann. Für Sozialpädagogin Karin Lamers vom Diakoniewerk ist klar, dass Marie-Lucie Djoli zusätzlich zu der Nachhilfe am "Prüfungsangst-Seminar" teilnehmen wird. Sie erklärt: "Dort nimmt man die Angst, damit du ruhiger in eine Prüfung gehen kannst und einen Blackout vermeidest."

Bei einigen Auszubildenden sorgen auch die Lebensumstände dafür, dass ausbildungsbegleitende Hilfen zur Stabilisierung der Ausbildung beitragen. Maike Konrad ist eine Mutter, die ihre Ausbildung zur Bürokauffrau in Teilzeit mit 30 Stunden wöchentlich absolviert. "Man sollte in der Berufsschule immer auf dem aktuellen Stand bleiben und wenn ich jetzt nicht anfange, geht es bergab", erkannte die 28-Jährige schnell. Durch ihren vierjährigen Sohn kann sie zu Hause nicht ungestört büffeln, so dass sie seit etwa einem halben Jahr regelmäßig zu den Lernräumen kommt: "Hier klappt es viel besser."

Einen Schritt weiter ist Jan-Derk Spelleken. Der 23-Jährige arbeitet bereits als Vertriebsadministrator bei einem Duisburger Unternehmen. Während seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann fiel er wegen einer Herzmuskelentzündung neun Monate lang aus. "Als klar war, dass ich das Jahr wiederholen muss, habe ich mich hier gemeldet, bevor ich schlechte Noten schreibe." So meisterte er die Zwischenprüfung mühelos und blieb bis zum Ende der Ausbildung. "Bei meinem Ausbildungsleiter ist es sehr gut angekommen, dass ich jede Hilfe in Anspruch nehme."

"Kein Jugendlicher sollte zögern, diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen, wenn Probleme in der Ausbildung auftauchen", appelliert Annette Grüttgen von der Berufsberatung. Sowohl für den Auszubildenden als auch für den Betrieb entstehen keine Kosten, da die Arbeitsagentur den Nachhilfeunterricht inklusive sozialpädagogische Begleitung finanziert. Bei Bedarf wird auch bei der Verbesserung der Deutschkenntnisse und bei Alltagsproblemen geholfen. Auf Wunsch finden Gespräche mit Ausbildern, Lehrkräften und Eltern statt. Im Kreis Wesel werden die Hilfen an den Standorten Wesel und Dinslaken mit 130 Plätzen angeboten.

Quelle: RP
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