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Nahverkehr: Neue Kunden gewinnen

Hintergrund: Nahverkehr: Neue Kunden gewinnen
Der Schülerverkehr ist für das ÖPNV-Angebot sehr wichtig und eine wesentliche Einnahmequelle. FOTO: RP-Archivfoto
Dinslaken. Die Stadt Voerde kritisiert, dass der Zeitraum für die Erarbeitung und anschließende Beratung der kommunalen Stellungnahme zum Planentwurf trotz einer gewährten Fristverlängerung zu kurz gewesen ist. Von Heinz Schild

Im Kreisgebiet ist der Kreis Wesel für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) zuständig. Der derzeit noch gültige Nahverkehrsplan stammt aus dem Jahr 2012 und wurde nun überarbeitet. Der Stadt Voerde wurde der Entwurf des Nahverkehrsplans 2017 mit der Bitte um Stellungnahme zugesandt. Die ist erarbeitet und nun vom Voerder Rat einstimmig abgesegnet worden. Allerdings wurde kritisiert, dass die dafür zur Verfügung stehende Zeit - trotz einer bewilligten Fristverlängerung - zu kurz gewesen ist. Deshalb konnten auch nur einige wesentliche Eckpunkte in die Stellungnahme der Stadt Voerde einfließen. Der Kreistag verabschiedete den Plan in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag.

Grundsätzlich hat sich das Verkehrsangebot im Voerder Stadtgebiet, wie es der neue Entwurf vorsieht, gegenüber dem Nahverkehrsplan 2012 nicht wesentlich verändert. Jedoch wurde die Gesamtkilometerleistung im Stadtgebiet um rund drei Prozent reduziert. Betrachte man die einzelnen Linien, habe sich das Angebot auf der Linie 81 spürbar verändert. Im Jahr 2016 ist im Zuge einer Angebotsanpassung das Kilometervolumen nahezu unverändert geblieben, jedoch wurde das Fahrtenangebot der Linie 25 im Abschnitt zwischen Voerde und Friedrichsfeld deutlich reduziert, wird in der kommunalen Stellungnahme ausgeführt.

Im neuen Nahverkehrsplanentwurf seien keine weiteren Maßnahmen vorgesehen. Deshalb geht die Voerder Verwaltung davon aus, dass es qualitativ und quantitativ bei dem vorhandenen Leistungsangebot bleiben werde, einschließlich des verbesserten Fahrtenangebots zwischen Spellen und Friedrichsfeld und des Taxibusangebots auf der Linie 25 zwischen Spellen und Friedrichsfeld. Deshalb macht die Verwaltung sich dafür stark, dass auch im vorgelegten Nahverkehrsplanentwurf der Taxibus aufgenommen wird. Sollten künftig bei den Verkehrsangeboten im Voerder Stadtgebiet Anpassungen notwendig werden, so will die Verwaltung darauf achten, dass die Kilometerleistung grundsätzlich beibehalten wird.

Nach Ansicht der Stadt Voerde wird es für die Wirtschaftlichkeit des ÖPNV erforderlich sein, neue Kundenkreise zu erschließen. Denn mit dem zu erwartenden Rückgang der Schülerzahlen würden Einnahmeverluste verbunden sein. Es gäbe keine Vorschläge, wie diese kompensiert werden könnten. Für das Fahrtenangebot bilde der Schülerverkehr eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Um neue Kunden zu gewinnen, so die Stadt Voerde weiter, seien Kundenfreundlichkeit, ein gutes Marketing und eine stärkere Informationsbereitstellung (beispielsweise Taxisbus-Nutzung) wichtig. Hier gebe es, basierend auf Rückmeldungen und Beschwerden von Kunden, noch Handlungsbedarf. Angeregt wird daher, dies im Rahmen der Nahverkehrsplanung zu berücksichtigen und im Rahmen eines Controllings regelmäßig mit den Verkehrsunternehmen zu betrachten.

Auch der demografische Wandel muss nach Ansicht der Stadt Voerde in der Planung berücksichtigt werden. So sei es erforderlich, bei Umstiegen an Knotenpunkten hierfür ausreichend Zeit einzuplanen. Dies sei beispielsweise bei der Verbindung zwischen Friedrichsfeld und Voerde nicht immer gegeben. "Für ältere Menschen, die auf einen barrierefreien Zugang angewiesen sind, stellt der Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) über den Bahnhof Friedrichfeld derzeit (noch) keine Alternative dar", heißt es in der Stellungnahme weiter. Das Thema Barrierefreiheit sowie der damit verbundene Haltestellen-Umbau werden als sehr wichtig angesehen. Dazu gehört es auch, dass die Städte die Flexibilität haben sollen, die barrierefrei Umgestaltung entsprechend den lokalen Erfordernissen anzupassen.

Quelle: RP
 
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