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Dinslaken
Neue Bushaltestelle ärgert Anwohner

Dinslaken: Neue Bushaltestelle ärgert Anwohner
Die Arbeiten an der neuen Bushaltestelle auf der Lohbergstraße haben begonnen. Die Anwohner fürchten mehr Lärm durch anfahrende Busse. FOTO: Heiko Kempken
Dinslaken. Hausbesitzer an der Lohbergstraße befürchten Wertverlust ihrer Häuser und eine höhere Lärmbelastung.

Es ist eine Szene wie bestellt: Vor dem Haus der Familie Duy in Lohberg rücken gerade Bauarbeiter an, sie werden hier auf der Fläche von sechs Parkplätzen eine neue Bushaltestelle entstehen lassen. Wegen ihres Lkw muss ein Bus an der bald genau richtigen Stelle stehen bleiben, tuckert kurz vor sich hin und fährt dann mit einem lauten Motorengeräusch an. Die Anwohner, die genau diesen Lärm fürchten, sehen ihre Sorge bestätigt. Die Stadt sieht zu diesem Bauvorhaben allerdings keine Alternative.

Zwei Buslinien fahren an dieser Stelle der Lohbergstraße in dieselbe Richtung. Die beiden nächsten Haltestellen - Bergmannstraße und Steigerstraße - sind etwa 90 und 200 Meter entfernt, sie werden hier nun zusammengelegt. "Morgens gegen 5 Uhr kommt der erste Bus zur Bergmannstraße und wartet da fast zehn Minuten mit laufendem Motor", erzählt Anwohnerin Angelika Trost. "Wenn das dann hier vor der Tür ist, dann gute Nacht!" Das Haus der Trosts liegt dabei ungefähr doppelt so weit von der zukünftigen Bushaltestelle entfernt wie das der Duys, bei ihnen sind es nur knapp zehn Meter bis zum Bordstein, der neu angelegt wird.

Und genau um diesen Bordstein dreht sich auch alles: Die Stadt möchte die Haltestelle barrierefrei gestalten, so dass zum Beispiel Menschen in Rollstühlen der Einstieg in die Busse erleichtert wird. Aber warum ausgerechnet hier und nicht an einer der anderen Haltestellen? Die Um- und Neugestaltung wird - auch an anderen Haltepunkten in der Stadt - zum Teil aus Fördergeldern finanziert, die zur Neige gehen. In Absprache mit der NIAG als Verkehrsträger sei im Bauausschuss deshalb beschlossen worden, zwei Haltestellen an der Lohbergstraße/Ecke Haldenstraße zu einer barrierefreien zusammenzulegen, erklärt Stadtsprecher Horst Dickhäuser. Seit 2011 habe es dazu zahlreiche Ortstermine mit Kommunalpolitikern und Vertretern der Verwaltung gegeben. Das Wartehäuschen würde seitlich vom nächstgelegenen Haus aufgestellt, die Busse würden ohnehin schon über die Straße fahren, deshalb kann Dickhäuser die Kritik der Anwohner nicht nachvollziehen. Ob es denn nun lauter wird durch das Anfahren der Busse, dazu könne er nichts sagen.

Die Duys und andere Anwohner sind allerdings davon überzeugt, dass die Lärmbelastung zunehmen wird. Außerdem sorgen sie sich um die Außenfassaden und Keller der zum Teil denkmalgeschützten Häuser, die jetzt schon Risse aufweisen. Erschütterungen durch die Busse, so fürchten sie, könnten die Situation weiter verschlimmern. Deshalb kündigt ein Hausbesitzer an, wegen der neuen Haltestelle vor Gericht ziehen zu wollen - jetzt hört er schon das Dröhnen der Baggermotoren.

(za)
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