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Voerde
Neue Feuerwehrspitze ist ein starkes Team

Voerde: Neue Feuerwehrspitze ist ein starkes Team
Die neue Spitze der Voerder Feuerwehr: Michael Bruckhausen (von links), Wehrführer Dirk Bosserhoff und Jürgen Grans. FOTO: Heiko Kempken
Voerde. Nach dem Wechsel von Ernst Wardemann: Seit 112 Tagen führen Dirk Bosserhoff und Michael Bruckhausen die Freiwillige Feuerwehr in Voerde an. An ihrer Seite haben sie Jürgen Grans. Von Petra Keßler

Frauen mögen in der Freiwilligen Feuerwehr Voerde ja in der Unterzahl sein, ihre Stimme aber kann durchaus deutlich ins Gewicht fallen. Wie bei der Besetzung der Führungsposten zum Beispiel: Ausschlaggebend dafür, dass er die Nachfolge von Ernst Wardemann angetreten hat, sei seine Frau gewesen, berichtet Dirk Bosserhoff. Als vor etwa einem Jahr in der Löschzugführerrunde die Frage gestellt wurde, wer sich vorstellen könnte, Chef der Voerder Feuerwehr zu werden, konnte sich der heute 45-Jährige mit diesem Gedanken noch nicht so recht anfreunden. Lieber wollte er "Zweiter", sprich stellvertretender Wehrführer werden. Das letzte Wort war damit aber nicht gesprochen. Bei einem privaten Treffen der Eheleute Wardemann und Bosserhoff führten die Frauen über das Thema ein Gespräch. Die Sache kam ins Rollen. "Meine Frau riet mir ,Mach es'", erinnert sich Dirk Bosserhoff, nach wie vor auch Chef des Löschzugs Voerde.

Mit ihm bilden Michael Bruckhausen, Spellener Löschzugführer, und Jürgen Grans, Leiter des Löhnener Löschzugs, als seine Stellvertreter heute genau seit 112 Tagen das neue Führungstrio der Freiwilligen Feuerwehr Voerde. Derweil es für Bosserhoff und Bruckhausen eine neue Aufgabe ist, hat Grans bereits einige Jahre Erfahrung auf dem Posten. Vor mehr als drei Jahren hatte er zunächst kommissarisch die stellvertretende Wehrführung übernommen, 2014 folgte die Ernennung.

Die Voerder Feuerwehr kann nach dem Wechsel ihres langjährigen Chefs Ernst Wardemann und seines Stellvertreters Bernd Lindenkamp in die Alters- und Ehrenabteilung weiter auf geballte Feuerwehr-Erfahrung bauen: 29 Jahre ist Dirk Bosserhoff dort aktiv, 32 sind es bei Michael Bruckhausen und 37 Jahre hat Jürgen Grans bei den Blauröcken auf dem Buckel. Für Bosserhoff ist das Feuerwehrwesen gar Profession - ein Argument, das bei der Entscheidung, in die Fußstapfen von Ernst Wardemann zu treten, auch eine Rolle spielte: Der 45-Jährige ist bei der Feuerwehr Dinslaken tätig, betreut dort unter anderem die Themen vorbeugender Brandschutz, Brandmeldeanlagen oder Brandschauen. Der berufliche Hintergrund, den die Voerder Wehrleute mitbringen, ist vielfältig. Das zeigt sich auch an deren Spitze: Michael Bruckhausen ist Buchhalter, Jürgen Grans Mess- und Regeltechniker. Die Mischung aus Praktikern und Theoretikern mache die Schlagfertigkeit der Feuerwehr aus, sagt Dirk Preuten, neben Detlef Berlin für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Das neue Führungstrio kann seinerseits auf eine "gut funktionierende Feuerwehr", so Bosserhoff, setzen, die eine Einheit bildet. Und auf "ein gutes Miteinander" der Löschzugführer, ergänzt Michael Bruckhausen. Ein großes Thema, das die neue Feuerwehrspitze weiter beschäftigen wird, ist die Mitgliederwerbung. In drei, vier Jahren werden einige Kräfte altersbedingt ausscheiden. Neue zu finden, ist nicht leicht. Neben dem eigenen Nachwuchs, der aus der Jugendfeuerwehr rekrutiert wird, gilt es, noch weitere Freiwillige zu gewinnen. Die Voerder sehen sich da aber "auf einem guten Weg", betont Detlef Berlin.

Die zunehmende Zahl der Gefahrenschwerpunkte ist eine weitere große Herausforderung, der sich die Feuerwehr Voerde stellen muss: Ein Stichwort ist da der Ausbau der Betuwe-Güterzugstrecke, für die bekanntlich die Feuerwehren der Anrhainer-Kommunen wesentlich höhere Sicherheitsstandards als von der Bahn geplant eingefordert haben. Ein anderes Stichwort ist der im Zuge des Hafenausbaus in Emmelsum geplante Containerterminal. Auch dadurch wird sich laut Bosserhoff das Aufgabengebiet der Voerder Feuerwehr ausweiten.

Die Feuerwehr selbst betreffend sehen er und seine beiden Stellvertreter eine weitere wichtige Aufgabe darin, deren Stand nicht nur zu halten, sondern weiter zu verbessern. Das Führungstrio ist gerade dabei, ein Konzept zu erarbeiten, aus dem hervorgeht, was seiner Vorstellung nach noch umgesetzt werden sollte. Das Papier soll Mitte des Jahres fertiggestellt sein und dann der Stadt vorgelegt werden.

Quelle: RP
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