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Voerde
Neuer CDU-Chef will Basis mehr einbinden

Voerde: Neuer CDU-Chef will Basis mehr einbinden
Bernd Altmeppen sieht sich als Teamplayer. FOTO: RP-Archivfoto
Voerde. Stadtverbandsvorsitzender Bernd Altmeppen will, dass seine Partei wieder als politische Kraft wahrgenommen wird. Von Petra Keßler

Nein, lossprinten "wie ein Irrer und alles neu und besser machen" - mit der Haltung ist Bernd Altmeppen nicht angetreten, wie er selbst betont. Gleichwohl verhehlt der neue Mann an der Spitze des CDU-Stadtverbandes nicht, dass seine Partei eines Anschubs bedarf, "um wieder als politische Kraft" wahrgenommen zu werden. "Jeder hat gemerkt, dass die CDU nach der Kommunalwahl am Boden lag. Es gilt jetzt, einen Neuanfang zu machen", sagt der 53-Jährige. Ihm zur Seite steht ein verjüngtes Team mit Leuten, "die womöglich einen ganz anderen Politikstil haben".

Neu aufstellen, das beinhaltet für Bernd Altmeppen auch einen anderen Umgang der CDU mit den neuen Medien. In seinem Team hat er nun jemanden, der sich etwa um die bislang kaum genutzte Internetseite kümmern will. Der gewünschte Neuanfang ist für Bernd Altmeppen, freier Journalist und Hausmann, eine Aufgabe, die die gesamte CDU angehen muss.

Der 53-Jährige möchte mehr über die Richtung der Politik sprechen, die seine Partei im Stadtrat umsetzt, dafür die Basis mehr ins Boot holen und wissen, wo der Schuh drückt. Dafür soll die Verbindung zwischen Partei und Fraktion, der Altmeppen auch angehört, enger werden. Zuletzt habe es keine Abstimmung mehr zwischen beiden gegeben, erklärt er und kündigt an: "Die Kultur wird wieder eingeführt." Auch will Altmeppen, der sich selbst als "Teamplayer" bezeichnet und nur in äußersten Notfällen "Chef wäre", mehr Transparenz in punkto Kreispolitik schaffen, das Interesse dafür wecken und Infoveranstaltungen initiieren. Vor zwei Jahren schon habe ihn sein Vorgänger Heinrich Neukäter gefragt, ob er sein Nachfolger werden wolle. Altmeppen lehnte damals ab - mit der Begründung, dass er spät nach Voerde zugezogen und parteipolitisch noch nicht so verwurzelt sei. Später kamen weitere Anfragen und dem gebürtigen Dortmunder wurde bewusst, dass seine Arbeit als Fraktionsgeschäftsführer - den Posten hat Altmeppen seit der letzten Kommunalwahl inne - "geschätzt wird". Dass er noch nicht so lange in Voerde zu Hause ist, hat für ihn in anderer Hinsicht auch Vorteile. Nach der Kommunalwahl 2009 hatte es parteiintern mächtig geknallt, nachdem mit einem Paukenschlag fast der komplette Fraktionsvorstand ausgetauscht und der Posten des stellvertretenden Bürgermeisters nach vielen Jahren neu besetzt worden war.

Damals offenbarten sich innerhalb der CDU tiefe Gräben und das nicht ungetrübte Verhältnis der drei Ortsverbände. "Jetzt sehe ich es als Chance, dass ich in der Zeit noch nicht in Voerde war. Ich stehe nicht in dem Verdacht, einem Lager angehört zu haben", erklärt Altmeppen. Das Binnenverhältnis heute beurteilt der 53-Jährige nüchtern: In einer politischen Partei habe man nicht jeden gleich lieb, Feindschaften aber seien ihm nicht bekannt. "Es gibt eine gute Diskussionskultur. Wir gehen höchst professionell miteinander um", sagt Altmeppen.

Der Zusammenhalt könnte möglicherweise früher oder später bedeutender denn je werden. So gibt es innerhalb der CDU Überlegungen, es der SPD gleich zu tun und die Ortsverbände Voerde, Fried-richsfeld und Spellen im Stadtverband aufgehen zu lassen. "Wir müssen straffen", sagt Bernd Altmeppen. Der allererste Gedanke ist es für den neuen Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes aber nicht.

Quelle: RP
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