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Dinslaken
Niag sieht Hürden beim Einstieg in E-Bus-Technik

Dinslaken. Die Weseler SPD hatte den ÖPNV-Betreiber aufgefordert, am Niederrhein Elektrobusse einzusetzen.

Die Niederrheinische Verkehrs AG (Niag) hat zurückhaltend auf einen Vorschlag der Weseler SPD reagiert, zunehmend Elektrobussen auf den Busstrecken am Niederrhein einzusetzen. Bisher seien noch keine Elektrobusse im Einsatz, sagte auf Anfrage Peter Giesen, Vorstand des Unternehmens mit Sitz an Moers. Der heutige Stand der technischen Entwicklung ermögliche noch keinen Regelbetrieb im öffentlichen Personennahverkehr.

Die Niag betreibt am Niederrhein einen Großteil der Buslinien, der Kreis und die Kommunen sind am Unternehmen beteiligt, ebenso das Unternehmen Remondis. Der Weseler SPD-Fraktionschef Ludger Hovest hatte die Politiker im Kreis aufgefordert, sich für einen Ausbau der E-Mobilität auch bei der Niag stark zu machen. Niag-Vorstand Peter Giesen sagt, sein Unternehmen sei "offen für den Einsatz von Elektrobussen", verweist aber gleichzeitig auf die mangelnde Reichweite, die fehlende Standardisierung der Ladetechnik und die fehlende Infrastruktur für die Energieversorgung an den Betriebshofstandorten. "Die heutige Nutzung von Elektrobussen findet daher häufig als Testphase auf Teilabschnitten von Linien sowie in Unternehmen statt, die bereits über Erfahrungen für Elektroantriebe aus dem Einsatz von Straßenbahnen verfügen."

Giesen sagt, er könne sich für den Einstieg Kooperationslösungen mit anderen Verkehrsunternehmen und Partnern vorstellen. "Wann allerdings das erste Fahrzeug mit Elektroantrieb zum Einsatz kommt, ist noch offen." Hierfür sei auch die Frage der Finanzierung zu klären, da sich der ÖPNV aus den Fahrgelderlösen und den öffentlichen Zuschüssen finanzieren müsse. "Auch wenn Fördermittel des Bundes und Landes speziell für die Einführung der Elektromobilität verfügbar sind, werden mindestens in der Anfangsphase erhebliche Aufwendungen entstehen, die letztlich die öffentlichen Aufgabenträger zusätzlich belasten werden." In der Übergangszeit werde durch die Neuanschaffung von Bussen mit neuester Motorentechnik und moderner Abgasreinigung auch ein Beitrag zur Verringerung der Schadstoffbelastung erreicht, erklärte Giesen. Für die Jahre 2017 und 2018 werden insgesamt 22 neue Busse beschafft.

(sep)
 
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