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Dinslaken
Ostern lässt grüßen im Museum Voswinckelshof

Dinslaken: Ostern lässt grüßen im Museum Voswinckelshof
Mehr als 300 Holzstempel benutzt Elisabeth Zobel-Bernds für ihre Kreationen. Ob rote Blumenmuster, blaue Leuchttürme - alles ist im Angebot. FOTO: Heinz Kunkel
Dinslaken. Viele Besucher kamen gestern zur Eröffnung der Osterausstellung. Einer der Stände gehört Elisabeth Zobel-Bernds, die Farbe mittels Holzstempeln auf Leinen und Damast bringt.

Ostereier, bunt gemalt, mit Blumendekor verziert oder mit der alten Häschenschule, Hasen in zahlreichen Variationen, mal aus Holz, mal aus Papier, mal als Postkarte oder Fensterbild, dann wieder aus Plüsch oder gar als Blaudruck auf einem Brotkorbdeckchen. Ostern lässt grüßen im Museum Voswinckelshof und bereits zur gestrigen Ausstellungseröffnung drängten sich die Besucher dicht an dicht durch die Räume.

Ein wenig versteckt liegt der Stand von Elisabeth Zobel-Bernds. Seit genau 18 Jahren bietet die Voerderin ihre Blaudrucke feil, unterstützt von ihrer Freundin Ursel Garbe. Wann sie ihren ersten Druck angefertigt hat, wird sie so leicht nicht vergessen - es ist das Geburtsjahr ihrer Enkelin. Dabei hat Pia sonst eigentlich gar nichts mit dem Hobby ihrer Großmutter zu tun, außer, dass sie dank dieser Arbeit immer ein passendes Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk für die Oma hat: einen ausgefallenen Holzstempel. Davon besitzt die Hobbykünstlerin inzwischen mehr als 300 als unerlässliches Arbeitsmaterial. Daneben ist sie immer auf der Suche nach einem ausgefallenen Stoff, einem alten Paradekissen, einem Plümo oder, wer's französisch lieber mag, Plumeau, eine Bettdecke also oder einem alten Überhandtuch - Hauptsache es ist aus reiner Baumwolle, Leinen oder Damast. "Neue Stoffe müssen mindestens dreimal gekocht werden, damit der Stoff die Farbe annimmt", erklärt sie.

Wer Ostereier mag, von Strauß, Gans oder Huhn, kann sich am Stand von Wilma Helpa eindecken. FOTO: Heinz Kunkel

Wer nun glaubt, das Weitere gestalte sich einfach - Stempel auf Farbe, dann rauf auf den Stoff, der liegt weit daneben. "Erst einmal ist Rechnen angesagt", sagt die Künstlerin und lacht. "Ich kann nicht einfach drauflosdrucken. Auf Damast sieht man Linien, an denen ich mich orientieren kann. Knicke gehen auch, sonst ziehe ich mit einer Stricknadel die Linien, auf denen später die Motive entstehen sollen. Dann wird gerechnet: Wie viele Stempel benötige ich, welcher Abstand ist der beste."

Manche alten Stoffe weisen bereits einen Druck auf, werden "nur" noch verziert, andere sind mit Spitze versehen. Jetzt gilt es, die richtigen Motive herauszusuchen. Erst dann wird ein Schwamm mit Farbe betupft, mit diesem dann die Farbe auf das Holzmodul aufgetragen und schließlich kunstvoll auf den Stoff gebracht. "Danach muss der Druck heiß eingebügelt werden."

So entstehen in stundenlanger Arbeit Brotkorbdeckchen, Tischdecken, Handtücher, Wäschesäcke und vieles mehr. Nicht nur in blauer Farbe, auch rot und grün verwendet die Künstlerin gern. Und zur Osterzeit darf's auch mal etwas bunter sein.

(big)
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