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Voerde
Pauluskirche bebt beim Gospel-Gesang

Voerde: Pauluskirche bebt beim Gospel-Gesang
Zum Benefizkonzert zugunsten der Faure-Stiftung hatten die Sankt Paulus Gospelsingers in die Kirche geladen. FOTO: Emde
Voerde. Benefizkonzert mit drei Chören begeisterte die Zuhörer, von denen es viele nicht auf ihren Plätzen hielt.

"Beim Gospel sagt man Du zu einander", erklärt Thomas Koch, Bassist der "Gospelrock Good News" aus Moers-Kapellen, und fordert die zahlreich erschienenen Zuschauer zu ihrer wohl ersten "Gospelprüfung" auf. Und die Menschen in der Pauluskirche machen mit. Sie können auch gar nicht anders, als zu klatschen oder mit den Fingern zu schnipsen, als die Sankt Paulus Gospelsingers, die zu diesem 19. Benefizkonzert eingeladen hatten, das Lied "He loves me" anstimmen.

Die Spenden des Konzerts gehen an eine ortsnahe Einrichtung. Dieses Mal ist es die "Faure Stiftung", ein Kinderförderverein aus Voerde, der sich über die Spenden freuen darf. Drei Chöre treten an diesem Abend auf und die Sankt Paulus Gospelsingers, der schon seit 25 Jahren bestehende Chor, machen den Anfang. Begleitet werden sie von Chorleiter Stefan Büscherfeld am E-Piano und Andrea Weyand an der Bougarabou, einer afrikanischen Trommel. Das bringt nicht nur Stimmung in die Menge, sondern auch eine Gänsehaut. Denn etliche Solisten, wie Eva Bleul, Solo-Bass Jonas Boehnke und der von Geburt an blinde Sänger Manni Schmidt (67), bringen das Publikum mit ihren Stimmen in Bewegung.

Man muss der englischen Sprache nicht mächtig sein, um die Botschaft der Lieder zu verstehen: "Steht auf und singt für Hoffnung und gegen Ungerechtigkeit in der Welt". Gospels, die Kirchenmusik afroamerikanischer Gemeinden, haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Die ursprünglichen Gospels wurden a capella gesungen, also ohne Instrumentalbegleitung, doch einige Stilrichtungen gingen aus dem Blues oder Jazz hervor, sagt Büscherfeld.

Das Programm ist abwechslungsreich. Der Gospelchor der Kirchengemeinde Spellen-Friedrichsfeld unter der Leitung von Inge Wessler orientiert sich an den traditionellen Liedern, die aber nicht weniger lebendig sind. Noah Lubosch (6) sitzt auf der Empore. Er ist mit seiner Familie gekommen und schaut gespannt auf das Schlagzeug unten auf der Bühne. Heute muss es in der Kirche nicht still sein, im Gegenteil. Pfiffe und tosender Beifall der Zuschauer belohnen die Sänger. Manch einer aus dem Publikum steht auf und klatscht. Auch Chorleiter Büscherfeld hält es am Ende des Liedes "Power" nicht auf seinem Klavierhocker. Bei den "Gospelrock Good News" fängt es ruhig an. Aber spätestens Schlagzeug, Trommeln, Bass und Gitarre rütteln die Zuschauer wach. Das Saxophon mischt sich ein, es wird geklatscht, geschnipst und gelacht. Beim Finale steht im Altarraum ein großer Chor. Die Solisten und Musiker geben noch einmal alles. Die Kirche bebt.

(sg)
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