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Voerde
Pestalozzischule: Anwohner gegen Wohnblöcke

Voerde. Im Rahmen einer Bürgeranhörung wurde über Ideen zur geplanten Bebauung des Geländes der ehemaligen Pestalozzischule diskutiert. Von Florian Langhoff

Es gab einiges zu besprechen im großen Ratssaal. Die Stadt hatte zu einer Bürgeranhörung zur Zukunft des Geländes der ehemaligen Pestalozzischule eingeladen. "Wir wollen heute erstmal erste Ideen für die mögliche Gestaltung des Geländes sammeln", sagte Wilfried Limke, der Erste und Technische Beigeordnete der Stadt. Zu dem Grundstück hatte es ja bereits einen Investorenwettbewerb gegeben, der ergebnislos geblieben war. Trotzdem hatte die Stadt, die nun ihr eigenes Konzept entwickelt, einige Ideen aus den eingereichten Vorschlägen übernommen. So könnte an der Bahnhofsstraße eine Blockbebauung mit Innenhöfen entstehen, deren Anordnung unterschiedlich aussehen könnte. An der Alexanderstraße wäre eher ein Platz für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften oder kleine Mehrparteienhäuser. Dabei soll immer ein Zugang zum Waldstück neben dem Gelände und dessen Erhalt gewährleistet sein. Mit diesen und einigen anderen Vorgaben waren auch die Teilnehmer am Investorenwettbewerb angetreten. Auch die Wohnbau Dinslaken hatte einen Vorschlag zum Gelände eingereicht, der eine entzerrte Bebauung an der Bahnhofstraße vorsah, um dort den Blick auf das grüne Herz der Stadt hinter dem Gelände zu öffnen.

Letzteres stieß zumindest bei den anwesenden Anwohnern der Alexanderstraße auf Gegenliebe, die sich deutlich gegen "Wohnblöcke" aussprachen, die über drei oder gar vier Etagen in den Voerder Himmel ragen könnten.

Ein weiterer Wunsch: Die Bewohner des neuen Wohnquartiers sollten einen Querschnitt der Gesellschaft darstellen. Es soll also, kurz gesagt, Wohnen für jedermann möglich sein, von jungen Menschen, die nicht so viel Geld haben, bis hin zu Menschen, die sich dort vielleicht Eigentum schaffen möchten.

Eines der Probleme bei der Planung für das Gelände brachte Architekt Karl-Heinz Hülsdonk, der sich mit seinem Büro am Investorenwettbewerb beteiligt hatte, auf den Plan: Die Stadt würde mit der Vermarktung des Geländes gerne Geld verdienen. Eine Summe von 2,1 Millionen Euro steht im Raum. "Um die zu bekommen, müsste man auf dem Gelände vielleicht auch sechsgeschossig bauen", sagte der Architekt. Freilich könnte die Stadt das Geld gut gebrauchen. "Das soll in die Gebäude der Schulen im Stadtgebiet fließen. Und das kommt schließlich allen Bürgern zu Gute", erklärte Wilfried Limke. Trotzdem baten einige Bürger darum, eher langfristig zu denken und eine hohe Wohnqualität zu schaffen, anstatt als Einmaleffekt möglichst viel Geld für die Kommune zu sammeln.

Ungeklärt blieb die Frage, ob man das älteste Schulgebäude erhalten soll. Hier waren sich die Bürger uneins. Dies wäre ohnehin nur bei einer kreativen Nutzung des Gebäudes und ohne Mehraufwand für die Stadt möglich. Hier müsste am Ende auch die Politik entscheiden. Die Ideen und Ansichten der Bürger sollen nun in den Arbeitskreis Ortskern und schließlich auch in die Beratungen von Politik und Verwaltung einfließen.

Quelle: RP
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