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Voerde
Pestalozzischule wird nicht verkauft

Voerde: Pestalozzischule wird nicht verkauft
Der Gebäudekomplex der ehemaligen Pestalozzischule FOTO: Heiko Kempken
Voerde. Den möglichen Investoren erscheint der von der Stadt Voerde verlangte Festpreis von 2,1 Millionen Euro zu hoch.

Die Erwartungen im Voerder Rathaus waren groß. Zu groß offensichtlich: Die Hoffnung, dass die Stadt das Gelände der ehemaligen Pestalozzischule kurzfristig verkaufen könnte, ist geplatzt. Der Anfang November von ihr ausgerufene Investorenwettbewerb zur Entwicklung des 15 .300 Quadratmeter großen Grundstücks hat nicht das erhoffte Ergebnis gebracht. So haben laut Verwaltung die beiden Wettbewerbsteilnehmer aus Voerde und Dinslaken im Laufe des Verfahrens mitgeteilt, den im Anforderungskatalog verlangten Festpreis für das alte Schulgelände in Höhe von insgesamt 2,1 Millionen Euro nicht vereinbaren zu können. Aus diesem Grund empfiehlt die Jury (der Arbeitskreis Ortskerngestaltung) denn auch, das Wettbewerbsverfahren zu beenden. Das Thema steht jetzt in den politischen Gremien zur Beratung an - zunächst im Planungs- und Umweltausschuss.

Die Verwaltung ist offenkundig wenig erfreut. Das liest sich so zumindest in der dazugehörigen Drucksache: Hätten sich die beiden Büros zum verlangten Festpreis bereits im vergangenen Herbst entsprechend geäußert, "wäre ihnen wie einem anderen Interessenten die Wettbewerbsteilnahme versagt worden". Anfang Januar noch waren andere Töne aus dem Rathaus zu vernehmen: So sagte Planungsdezernent Wilfried Limke, dass die Teilnehmer am Investorenwettbewerb mit ihrer Bewerbung deutlich gemacht hätten, dass sie den für das Gelände zu zahlenden Betrag angenommen hätten. Rund zwei Monate später wurde die Stadt eines Besseren belehrt, als der Jury der aktuelle Stand erläutert wurde. Limke will den gescheiterten, kurzfristigen Verkauf nun nicht zu negativ bewerten. Die Stadt habe nichts davon, wenn sie ein schnelles Grundstücksgeschäft mache und am Ende werde nichts aus dem Projekt und der Erwerber bleibe auf der Fläche sitzen.

Die Verwaltung schlägt der Politik nun vor, der Empfehlung der Jury zu folgen: Demnach ist das Wettbewerbsverfahren beendet, da die beiden Wettbewerbsbeiträge wegen der nicht eingehaltenen Bedingungen nicht hätten berücksichtigt werden können. Außerdem soll die Verwaltung beauftragt werden, unter Beteiligung des Arbeitskreises Ortskerngestaltung und auf der Grundlage der festgelegten Aufgabenbeschreibung für den Investorenwettbewerb einen Vorschlag für einen Bebauungsplan für das alte Schulgelände zu erarbeiten. Eine Basis sollen dabei zudem die aus dem Investorenwettbewerb gewonnenen Erkenntnisse bilden. Auf diesem Wege sollen nun mehrere Baulandflächen entstehen, die innerhalb eines planungsrechtlich festgesetzten Rahmens an Investoren veräußert werden können. Die Option einer Gesamtvermarktung der städtischen Liegenschaft bestehe nach wie vor, betont Limke. Mit der Alternative, auch Teilflächen erwerben zu können, eröffnet sich seiner Ansicht nach die Möglichkeit, das potenzielle Risiko für den Einzelnen zu verkleinern - was die Vermarktung letztlich für die Stadt einfacher machen könnte. Eine Frage in dem anstehenden Prozess wird laut Limke auch sein, in welcher Verdichtung die auf dem ehemaligen Schulgelände gewünschte Wohnbebauung stattfinden soll. Zentraler Punkt ist die Gebäudehöhe. Bisher gilt gemäß Investorenwettbewerb als feste Bedingung "eine mindestens zweigeschossige Bauweise" entlang der Bahnhofstraße.

Das Thema Investorenwettbewerb wird zunächst im Planungs- und Umweltausschuss behandelt, der am 19. April ab 17 Uhr im kleinen Sitzungssaal (Zimmer 137) des Rathauses tagt. Im Anschluss daran beraten der Ausschuss für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung (27. April) sowie der Haupt- und Finanzausschuss (3. Mai). Das letzte Wort hat am 10. Mai der Stadtrat.

(P.K.)
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