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Betrugsmasche
Polizei warnt vor Anrufen mit 110-Nummer

So schützen Sie sich vor Schock-Anrufen
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Dinslaken. Wenn die 110 im Telefondisplay auftaucht, werden sich die meisten Angerufenen zunächst wohl erschrecken. Doch sie haben auch Vertrauen darauf, dass hinter dieser Nummer tatsächlich die Polizei steckt. Das versuchen Betrüger derzeit  auszunutzen.

Spoofing heißt die Technik, mit der die Identität der Verbrecher verschleiert wird. In Dinslaken, erklärt Andrea Margraf von der Kreispolizeibehörde Wesel, tauchte diese Masche nun erstmals auf. Das Telefon des Opfers zeigt - durch Computerprogramme manipuliert - die Nummer 02064 110 an. "Die angeblichen Kriminalbeamten sagen, sie hätten einen Einbrecher festgenommen und müssten das Bargeld oder das Eigentum des Geschädigten überprüfen", schildert Margraf. Oder sie warnen davor, dass sie Hinweise auf einen bevorstehenden Einbruch hätten und bieten an, Wertgegenstände des potenziellen Opfers zu verwahren. Vor einem halben Jahr wurde eine Seniorin mit diesem Trick, allerdings ohne Spoofing, dazu gebracht, falschen Polizisten ihr Geld zu geben. Mit der 110 im Display sei "die Form des Betrugs schon ziemlich heftig", erklärt die Polizeisprecherin. "Wenn ich die 110 sehe, vertraue ich darauf, dass das die Polizei ist."

Über einen Spoofing-Fall in Dinslaken konnte nun ein Beamter, der dazu mehrere Hinweise erhielt, einen Bericht schreiben. Doch die Anzeige eines Geschädigten liegt noch nicht vor. "Die Betroffenen, auch wenn sie nicht auf die Sache eingegangen sind, sollen sich auf jeden Fall mit uns in Verbindung setzen", betont Margraf. Es sei sehr schwer, in diesem Bereich Täter zu ermitteln, "deshalb sind wir immer auf Hinweise angewiesen".

Andrea Margraf rät, unbekannte Anrufer grundsätzlich nach einer Rückrufnummer zu fragen. Diese Nummer sollte man dann abgleichen und beim Rückruf selbst eintippen, ohne die automatische Rückruffunktion zu benutzen, um sich von der Seriosität des Anrufers zu überzeugen. Ob es um den Stromversorger, die Kirchengemeinde, das Amtsgericht oder eben die Polizei gehe: "Vertrauen Sie niemandem, auch keinem angeblichen Kriminalbeamten", betont Margraf. Jeder Mitarbeiter einer Behörde oder eines Unternehmens habe Verständnis für vorsichtiges Verhalten.

Beamte der Kriminalprävention sind bei Fragen zu diesem Thema unter Telefon 0281 107 44 20 zu erreichen.

(za)
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