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Voerde
Preise im Keller: Bauern haben Probleme

Voerde: Preise im Keller: Bauern haben Probleme
Bei der Ortsbauernschaft ging Johannes Leuchtenberg auf die wirtschaftliche Entwicklung ein. FOTO: Gerd Hermann
Voerde. Es hörte sich nach einem komplizierten Klagelied an, das Johannes Leuchtenberg bei der Winterversammlung der Ortsbauernschaft Voerde im Gasthaus Hinnemann anstimmte. Beim Rückblick auf das vergangene und beim Ausblick auf das neue Jahr hatte der stellvertretende Vorsitzende der Kreisbauernschaft Wesel wahrlich wenig Positives zu berichten. "2015 war für uns das große Jahr der Krise", erklärte er. Von Florian Langhoff

In nahezu allen Bereichen der Landwirtschaft - ob nun beim Milchvieh, bei Schweinen oder im Ackerbau - seien die Preise am Markt mittlerweile ruinös. Von "dramatischen Einbußen" sprach Leuchtenberg. Bis zu 50 Prozent weniger Einnahmen verbuchten die landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis.

Die heimische Landwirtschaft lebt auch vom Weltmarkt. Dort machten der Russlandboykott und die schwächelnde Wirtschaft in China den Landwirten zu schaffen. "Außerdem gibt es in der EU ein Überangebot, das zum Verfall der Preise beiträgt", erklärte Johannes Leuchtenberg. Und auch die Politik gehe mit den Landwirten nicht eben positiv um. "Auf Landesebene regiert statt Sachverstand die Ideologie", erklärte Leuchtenberg mit Blick auf Düsseldorf.

Auf lokaler Ebene scheinen die Dinge besser zu laufen.

Bürgermeister Dirk Haarmann bemühte sich, den Landwirten zumindest einige positive Gedanken mit auf den Weg zu geben. Zum Beispiel gegenzusteuern, wenn die Gefahr besteht, dass der Landwirtschaft durch Ausgleiche für Baumaßnahmen immer mehr Flächen verlorengehen. "Wir haben auch als Stadt ein Interesse daran, dass keine weiteren Eingriffe in landwirtschaftliche Flächen erfolgen", erklärte Haarmann. Einige neue werden wohl durch den Rückbau des ehemaligen Schachtes Löhnen entstehen.

Allerdings gibt es auch hier etwas, was den Landwirten Sorgen bereitete: die geplante Neugestaltung des Mommbachs auf dem Stadtgebiet. "Da muss man darauf bauen, dass im Dialog mit den Landwirten ein Interessenausgleich stattfindet, wenn es um Flächen geht", sagte Dirk Haarmann.

Auch Gerrit Korte, Geschäftsführer der Kreisbauernschaft, versuchte, hier die Sorgen zu lindern. Es gäbe ein Versprechen, dass für die geplanten Maßnahmen keine Enteignungen von Landwirten stattfinden sollten. Korte referierte noch über die Umnutzung von nicht mehr genutzten landwirtschaftlichen Gebäuden, zum Beispiel zur Schaffung von Wohnraum. Dabei konnten auch einige der Landwirte noch etwas lernen. Zum Beispiel, dass man auch eine Nutzungsänderung beantragen muss, wenn man aus einem Kuhstall einen Rinderstall machen möchte. "Das ist bei vielen Landwirten nicht unbedingt präsent", erklärte Korte.

Quelle: RP
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