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Dinslaken
Preisträger stehen für viele Ehrenamtler

Dinslaken: Preisträger stehen für viele Ehrenamtler
Gestern fand die feierliche Verleihung des Maria-Euthymia-Preises statt. Geehrt wurden für ihr Engagement in den Sparten Soziales die Dinslakener Tafel, in der Kultur der Verein dinTown und im Sport der Box- und Sportverein Dinslaken. Den Sonderpreis sprach die Jury der Eine-Welt-Gruppe Dinslaken zu. FOTO: Lars Fröhlich
Dinslaken. Dinslakener Tafel, "dinTown", Box- und Sportverein sowie Eine-Welt-Gruppe wurden gestern im Rathaus mit dem Maria-Euthymia-Preis für ihr Engagement und herausragende Leistungen ausgezeichnet. Von Birgit Gargitter

Vor 14 Jahren wurde Schwester Maria Euthymia selig gesprochen. Während des Krieges hatte die Clemensschwester unermüdlich die ansteckend Kranken gepflegt. Ob Dinslakener Bürger, Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter - Schwester Euthymia kannte keine Unterschiede bei "ihren Patienten". Herausragend ihre Leistungen, herausragend auch die Leistungen vieler Ehrenamtlicher in dieser Stadt, die in ihre Fußstapfen getreten sind, sei es in sozialer, kultureller oder sportlicher Art.

Und wenn die Stadt Dinslaken ihre Auszeichnung für ehrenamtliche Arbeit nach Schwester Maria Euthymia benennt, so kann der Preis mit Fug und Recht als Anerkennung für ehrenamtliche Leistungen, ohne Rücksicht auf Weltanschauung und Sachgebiet, gelten, so Bürgermeister Michael Heidinger in seiner Laudatio zur Verleihung des Ehrenpreises gestern Abend im Rathaus.

Geehrt wurden für ihr Engagement in den Sparten Soziales die Dinslakener Tafel, in der Kultur der Verein dinTown und im Sport der Box- und Sportverein Dinslaken. Den Sonderpreis sprach die Jury, bestehend aus Bürgermeister Michael Heidinger und seinen Stellvertretern Thomas Groß und Eyüp Yildiz, der Eine-Welt-Gruppe Dinslaken zu.

Erfreulich viele Nennungen aus der Bürgerschaft seien diesmal für den alle zwei Jahre zu verleihenden Euthymia-Preis eingegangen. Alle hätten ihn verdient gehabt und so stünden letztendlich die "Gewinner" stellvertretend für alle anderen Ehrenamtler in Dinslaken, die sich engagieren.

Die Dinslakener Tafel betreibt seit November 2003 einen "Tafelladen" zur Sichtung, Lagerung und für den Verkauf der eingesammelten Waren. Wurden anfangs nur 45 Menschen betreut, wuchs die Zahl derer, die bei der Tafel Hilfe suchen, auf mittlerweile 2600 Menschen an. Knapp 30 Helfer von 30 bis 79 Jahren leisten durchschnittlich 350 Stunden je Kalenderwoche. Die Dinslakener Tafel begegne ihren Kunden mit höchstem Respekt und achte darauf, dass diese ihre Dienste in Würde und Selbstbestimmung in Anspruch nehmen können, hieß es auch in der Begründung der Jury. Die Dinslakener Tafel gehöre zwar zu den kleinsten Tafeln in NRW, hätte aber ein Unterstützernetzwerk geschaffen, das beispielhaft sei. Zudem arbeite die Tafel ohne regelmäßige Zuschüsse der öffentlichen Hand.

Ausgezeichnet im Bereich Kultur wurde der noch recht junge Verein "dinTown", dessen Mitglieder ehrenamtlich die Kutscherstube in der Burg betreiben. "dinTown" will mit der Kutscherstube die Kneipenszene in Dinslaken beleben, kulturelle Initiativen fördern und das kulturelle Angebot innerhalb der Stadt erweitern - vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene. Inzwischen sei die Kutscherstube Teil einer Subkultur geworden, die es sonst nur in größeren Städten gibt, so Bürgermeister Michael Heidinger. Mit der Auszeichnung ehre die Jury eine neue Form der Ehrenamtlichkeit, die weniger auf langfristiges persönliches Engagement ausgelegt sei, sondern das Gelingen eines klaren und möglicherweise auch befristeten Projektes in den Mittelpunkt stelle, so Bürgermeister Heidinger weiter.

Alte Hasen sind hingegen die Mitglieder der Eine-Welt-Gruppe, die inzwischen seit 35 Jahren den fairen Handel organisiert und darüber hinaus spartenübergreifend in den Bereichen Kultur, Soziales, Politik und Bildung tätig ist. Sich auch einmischt, wenn es um die großen Fragen von Entwicklungshilfe, Gerechtigkeit und hohe Politik geht, die aktiv die Lokale Agenda vor Ort unterstützt, ohne die vielleicht Dinslaken nie zu einer FairTrade-Stadt geworden wäre. Ein verdienter Sonderpreis für die Gruppe.

Quelle: RP
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