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Dinslaken
Raubüberfälle auf Wettbüro vor Gericht

Dinslaken. Ein Gutachten soll nun klären, ob der Angeklagte in Sicherheitsverwahrung genommen wird. Von Birgit Lameyer

Seit gestern befasst sich das Duisburger Landgericht erneut mit einem möglicherweise psychisch kranken Mann, der im Zustand der Schuldunfähigkeit zwei Raubüberfälle begangen haben soll. Schon in der Vergangenheit hatte es mehrere Verfahren wegen der beiden Überfälle auf ein Dinslakener Wettbüro gegeben. Der 41-Jährige war zunächst wegen schweren Raubes vor dem Dinslakener Schöffengericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Weil er aber zum Zeitpunkt der Verurteilung gar nicht verhandlungsfähig war, hatte das Duisburger Landgericht das Urteil aufgehoben und das Verfahren eingestellt. Um weiteren Straftaten vorzubeugen, muss nun geprüft werden, ob der Mann dauerhaft untergebracht wird.

Vor dem Duisburger Landgericht sagten gestern zunächst Zeugen aus. Es handelt sich um Fälle aus dem Jahr 2014. Im April soll der Mann maskiert, bewaffnet und mit schwarzer Langhaar-Perücke in das Wettbüro an der Friedrich-Ebert-Straße gestürmt sein und den Angestellten gefesselt haben. Mit 3000 Euro konnte er entkommen. Im Oktober 2014 konnte ein Angestellter ihn aus dem Lokal drängen, als er ihn mit Kabelbindern fesseln wollte. Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma verfolgte ihn, und er wurde festgenommen. Die Verbindung zu dem vorangegangenen Überfall war offensichtlich.

Der Sachverständige soll dem Gericht nun bei der Entscheidung helfen, ob der Mann wegen schweren Raubes und versuchten schweren Raubes schuldig ist. In den bisherigen Verhandlungen hat der 41-Jährige wiederholt unverständliche Angaben gemacht.

Einmal gab er an, er habe beim Generalkonsulat in Düsseldorf veranlasst, die marokkanische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Auch sei ihm ein Chip in den Nacken eingepflanzt worden und er sei an Menschenhändler geraten. Außerdem berichtete er von Anschlägen auf seine Exfreundin. Zu den Überfällen bekannte er sich nicht. Schon bei der vorherigen Verhandlung hatte ein Sachverständiger bestätigt, dass der Mann unter einer schizophrenen Psychose leidet. Ein weiteres Gutachten ist für den Fortsetzungstermin am kommenden Mittwoch vorgesehen.

Zur Zeit befindet sich der 41-Jährige in einer Klinik.

Quelle: RP
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