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RP-Sommerinterview Jörg Steeg
Reden wir doch mal über Urlaub auf Sylt

Dinslaken. In unseren Sommerinterviews reden wir mit unseren Gesprächspartner über Themen, über die wir sonst nicht mit ihnen sprechen. Heute erzählt der Fachdienstleiter Ordnung und Verkehr im Dinslakener Rathaus über seine Liebe zu einer Insel.

Herr Steeg, nicht nur Dortmunds Ex-Trainer Jürgen Klopp hat, wie wir zurzeit wieder in den bunten Blättern nachlesen können, ein Faible für Sylt. Auch Sie sind ein großer Fan der Insel. Wie kam's dazu?

Jörg Steeg Meine Schwiegermutter hat vor 30 Jahren Urlaub auf Sylt gemacht. So sind wir dann auch auf den Geschmack gekommen und haben unseren Besuch seitdem jährlich wiederholt.

Sie fahren also einmal im Jahr auf die Insel?

Steeg Mindestens einmal im Jahr, inzwischen sind wir bereits über 50 Mal da gewesen.

Was ist denn so schön an Sylt?

Steeg Sylt ist eine Insel, die nicht klein ist, und sie ist sehr vielfältig. Selbst wenn es im Sommer brechend voll ist von Touristen und von Tagestouristen in Westerland, findet man immer noch einsame Stellen beispielsweise am Ellenbogen - wo man wirklich mit fünf, sechs oder zehn Leuten praktisch unter sich ist.

Sylt gilt ja als Schickimicki-Insel. Empfinden Sie das auch so?

Steeg Definitiv. Ich sage immer, wenn ich irgendwann einmal das Bedürfnis haben sollte, von einem Porsche Cayenne überfahren zu werden, dann mach ich das in Kampen. Da brauch ich nicht solange zu warten, bis einer vorbeikommt. Es gibt sie tatsächlich auf Sylt die Schönen und die Reichen oder die, die sich dafür halten. Die haben dort gewissermaßen ihren natürlichen Lebensraum.

Ist das für Sie auch ein Reiz an der Insel, dass man solche Leute dort "gucken" kann?

Steeg. Nein ist es überhaupt nicht. Vor 30 Jahren war's vielleicht mal interessant den damaligen Bild-Chefredakteur Peter Boehnisch aus dem "Pony" kommen zu sehen oder Reinhard Mey oder Karl Dall zu treffen, aber das ist für uns keinesfalls ein Grund nach Sylt zu fahren.

Man kann sich also auf Sylt auch von solchen Zeitgenossen fernhalten?

Steeg Ja, die sogenannten Promis haben ja auch ihre Ecken, wo sie sich aufhalten, vielleicht auch aufhalten müssen, um gesehen zu werden und da muss man ja nicht hingehen. Das sind dann auch Orte, wo wir uns gar nicht wohlfühlen. Das Pony oder das Gogärtchen sind nicht unsere Welt.

Wenn jetzt jemand das erste Mal nach Sylt fährt und von Ihnen ein Tipp haben will, was raten Sie?

Steeg Ich würde nach Keitum fahren. Das ist einer der schönsten Orte auf Sylt, wenn nicht in Deutschland. Keitum bietet Ruhe und wunderschöne Häuser. Das alte Kapitänsdorf mit den reetgedeckten Häusern, mit der Kirche Sankt Severin und dem Friedhof, auf dem beispielsweise auch Spiegel-Gründer Rudolf Augstein seine letzte Ruhe gefunden hat - das hat einfach eine besondere Atmosphäre. Aber ich muss noch einmalmal sagen, Sylt ist einfach vielschichtig, jeder kann hier ganz nach seinem Geschmack etwas entdecken. Da ist das ruhige und beschauliche Keitum. Da ist das aufgeregte Westerland. Da ist das mondäne Kampen. Und es gibt ganz ruhige Fleckchen, wo sich kaum ein Mensch aufhält.

Und welches Restaurant oder welche Bar sollte man auf jeden Fall mal besucht haben.

Steeg Na ja, die Currywurst in der Sansibar hat schon was, die ist schon speziell. Und auf Sylt führt natürlich kein Weg an "Gosch" vorbei - schon allein wegen der Geschichte des Mannes, die dahinter steht. Jürgen Gosch ist gelernter Maurer, hat mit einem Bauchladen, aus dem heraus er Fisch verkauft hat, angefangen und dann von List mit der nördlichsten Fischbude Deutschlands aus sein "Imperium" aufgebaut. Heute ist Gosch an vielen Orten zu finden - beispielsweise in Düsseldorf in den Kasematten.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE JÖRG WERNER

Quelle: RP
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