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Voerde-Stockum
"Refugees Welcome" auch in Voerde

Voerde-Stockum: "Refugees Welcome" auch in Voerde
FOTO: Hendrik Gaasterland
Voerde-Stockum. Anna Ewertz und Peter Laumen von der Stockumer Schule gründeten für die Flüchtlingshilfe eine Facebook-Gruppe. Von Hendrik Gaasterland

Handtücher, Bettwäsche, Schuhe, vor allem Winterbekleidung jeglicher Art, Kinderwagen, Babymatratzen oder Maxi-Cosis, Die vor rund drei Wochen gegründete Facebook-Gruppe "Refugees Welcome Voerde" kann bei ihrer Flüchtlingshilfe fast alles benötigen - vorausgesetzt, die Sachen befinden sich in einem guten und sauberen Zustand. "Wir brauchen in den nächsten Monaten jedoch nicht nur Sachspenden, sondern auch Manpower. Wenn zum Beispiel Möbel aufgebaut werden müssen, kann man sich sehr gerne handwerklich einbringen", sagt Gruppen-Administrator Peter Laumen.

Bei der Flüchtlingshilfe in Voerde wird viel Unterstützung auf sämtlichen Ebenen benötigt. Laumen, der pädagogische Leiter, und Anna Ewertz, Vorstandsmitglied der Stockumer Schule, beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit der Thematik. Die Idee ist ihnen in der "Stock" gekommen und sie gründeten die Facebook-Gruppe "Refugees Welcome Voerde", um aktiv zu werden, Angebote und Hilfen für Geflüchtete anzubieten, um zu organisieren und Netzwerke aufzubauen.

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Um einen groben Überblick über den aktuellen Stand der Hilfen in Voerde zu erhalten, hat ein erstes Treffen der Administratoren mit Malou Kobbert von der Stadt stattgefunden. Es gibt vereinzelte Angebote für Flüchtlinge, doch es sei noch sehr viel zu tun. "Die Facebook-Gruppe hilft uns nicht nur, Spendenaufrufe zu starten, sondern auch dabei, kurzfristig reagieren können. Wenn in der nächsten Flüchtlingswelle die Menschen in der Nacht in Voerde ankommen, erreicht man über das Netzwerk schnell die Gruppenmitglieder, die ihre Hilfe angeboten haben", sagt Laumen.

Bei der Unterstützung der Flüchtlinge gibt es viele weitere Ideen. Bereits seit dem Frühsommer findet einmal in der Woche ein Flüchtlingstreff und Sprachkursus statt. Das sei bisher jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Eine Fahrradwerkstatt, Kleinkindergruppen, Beratungsangebote, Patenschaften seien ebenfalls Möglichkeiten. "In der Fahrradwerkstatt könnten die Flüchtlinge selbst lernen, ihre Räder zu reparieren. Ich denke, dass sie auch sehr froh wären, wenn sie eine sinnvolle Beschäftigung haben", meint Laumen.

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Doch um diese Ideen umsetzen zu können, fehlt es an ehrenamtlichen Unterstützern und an finanziellen Mitteln. Die Stockumer Schule würde ihre Räumlichkeiten für Angebote - etwa für weitere Sprachkurse - gerne vormittags zur Verfügung stellen. So werden Ansprechpartner gesucht, die werktags in der Zeit von 10 bis 14 Uhr Lust und Zeit haben, Deutschkurse anzubieten. Die Resonanz aus der Facebook-Gruppe ist bisher groß, denn zu einem Treffen für einen Ideenaustausch und einer Organisationsbesprechung kamen rund 70 Bürger, die Interesse bekundeten, sich bei der Flüchtlingshilfe einzubringen. "Es fehlt noch eine Art Wegweiser. Die Menschen wissen nicht richtig, wo gerade Hilfe benötigt wird oder an wen sie sich wenden können. Wir aber stehen in regem Kontakt mit der Stadt und können über die Facebook-Gruppe die Informationen dann weiterleiten", erklärt Laumen. Für Spenden finanzieller Art, es sollen beispielsweise Lernmaterialien für Kurse angeschafft werden, wurde ein Spendenkonto der Stockumer Schule eingerichtet.

Informationen unter stockumer-schule.de

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