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Dinslaken/Duisburg
Rentner will von Tabakschmuggel nichts gewusst haben

Dinslaken/Duisburg. Prozess wegen Steuerhinterziehung: Duisburger stellte Dinslakener seine Garage als Lager zur Verfügung und spricht von "Freundschaftsdienst".

Ein Mann aus Duisburg soll beim Transport von geschmuggeltem Tabak geholfen und diesen in seiner Garage gelagert haben. Ursprünglich sollte er sich neben seinem wegen Steuerhehlerei angeklagten Freund und dessen ehemaliger Lebensgefährtin vor dem Landgericht verantworten. Der Prozess gegen ihn war aber abgetrennt worden. Der Richter wies den 67-Jährigen besonders darauf hin, dass er nicht aussagen muss.

Der Duisburger kam mit seinem eigenen Anwalt. Trotz seines Rechtes, die Aussage zu verweigern, stand der Rentner dem Gericht Rede und Antwort. Es sei im vorletzten Jahr gewesen, als der Dinslakener ihn fragte, ob er ihm die Garage zur Verfügung stelle. Dort müsse er etwas für seine Lebensgefährtin lagern. Mehrmals sei er mit dem Angeklagten auch zu einem Asia-Markt nach Neuss gefahren, um dort Kartons abzuholen und sie in die Garage zu bringen. Später habe es auch ein Lager in Dinslaken gegeben, zu dem die Lieferungen brachten. Er selber habe mit angepackt und dabei gesehen, dass Verpackungen aufgerissen waren. So habe er erkannt, dass sich in einigen Holztische, in vielen anderen Puzzlematten befanden. Sein Freund habe auch in einem Fall unterschrieben, dass er eine Lieferung von einem Lkw-Fahrer aus Portugal entgegennahm. Er wisse, dass die 43-Jährige Auftraggeberin war. Sie sei zwei Mal dabei gewesen.

Unter anderem wurde von Lampen gesprochen, mit denen die Frau handele. "Von Tabak weiß ich nichts", sagte der Zeuge auf Nachfrage des Richters. Es habe weder nach Tabak gerochen noch habe eine Aufschrift darauf hingewiesen, dass es sich um Tabak handele. Er selber rauche überhaupt nicht, fügte der Zeuge hinzu. Für die Hilfe in fünf Fällen, bei denen es jeweils um die Annahme, Lagerung und den Transport von 40 Kartons ging, habe er etwa 400 Euro erhalten. Aus einer "Eingebung heraus" habe er den Dinslakener zwar gefragt, ob die Sache sauber sei, der habe ihn aber beruhigt. Also habe er sich nichts weiter dabei gedacht, es sei ein Freundschaftsdienst gewesen.

Der Rentner, ebenso wie der Dinslakener, sollen an einem Steuerschaden von 500.000 Euro beteiligt gewesen sein. Der mutmaßlichen Hauptangeklagten wird Schmuggel von 14 Tonnen Tabak zur Last gelegt. Sie soll 15 Schmuggelfahrten von Feinschnitt-Tabak aus China nach Deutschland organisiert haben. Der Steuerschaden liegt bei 1,6 Millionen Euro. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

(BL)
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