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Dinslaken
Restkultur macht Kabarett zur Haupt-Sache

Dinslaken: Restkultur macht Kabarett zur Haupt-Sache
FOTO: Herbert Menzel
Dinslaken. Alte Nummern servieren sie am liebsten mit neuem Schabernack: Dass dabei ein höchst unterhaltsamer Abend herauskommt, versteht sich von selbst. Im Januar gastiert das Quintett gleich zweimal im Dachstudio.

Die Kabarettgruppe Restkultur feiert ihr elfjähriges Bestehen - am Freitag/Samstag, 19. und 20. Januar geht's im Dachstudio der Stadtbibliothek Dinslaken rund. Jeweils ab 20 Uhr.

Aus der Veröffentlichung einer Schokoladengeschichte auf einem Hörbuch mit szenischer Lesung vor elf Jahren wurde in der Folgezeit zündendes politisch-musikalisches Sprachkabarett. Das Wörtlich-Nehmen von Redewendungen und Mehrdeutigkeiten wurde als Markenzeichen stets verfeinert und bleibt roter Faden jeden Programms. Im Januar präsentieren bekannte Figuren Szenen und Songs aus elf Jahren Resteverwertung im neuen Gewand.

Ganz im Sinne bisheriger Programmtitel gibt es "mit Punkt und Komma" "im wahrsten Sinne des Wortes" schon "vorne weg" "Wi(e)der Worte", zwar "verkehrt mittendrin" aber immer "von oben herab"! Was so manchem Entscheidungsträger "hier rein - da raus" geht, wird dem Publikum zur "Haupt-Sache", weil Kopf einschalten eben Herzenssache ist! Und so gerät es selbst zur Hauptsache, als Platzbesetzer, als vereinzelter Wählerwille und als Alltagspro- und -antagonist. Darf sich aber in stressfreien Programmphasen doch entspannt amüsieren über die alles umgarnende, nein -häkelnde Stadtkünstlerin, den auf moderne Herrschaft blickenden Sprachprofessor, den nach Vergeltung sinnenden Schulbusfahrer, die versoffen abdankende Göttin, den chronischen Mollgitarristen oder den unterlegenen Callcenter-Agenten.

Selbstverständlich wird auch das Städtchen selbst zur Hauptsache, wenn die Erzengel nachweihnachtlich und von oben herab "Kathrin Türks seine Stadthalle" mit Verhüllungskunstwerk Ewigkeitsbauzaun oder die unerklärlicherweise doch noch einmal leerer werdende leere Stadtkasse besingen. In "Haupt-Sache" schafft das Publikum auch diese Restebewältigung.

Quelle: RP
 
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