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Dinslaken
Rettung kommt aus dem Kühlschrank

Dinslaken. Die Dinslakener Senioren-Union hat das Thema losgetreten - Notfalldosen sollen dazu beitragen, dass Rettungskräfte Patienten in ihren Wohnungen besser helfen können. Die CDU-Fraktion hat daraus einen Antrag für den Rat gemacht. Von Jörg Werner

Ein Notfall ist eingetreten. Es herrscht Aufregung. Wo ist der Notfall- oder Impfpass, wo der Medikamentenplan, wo die Patientenverfügung. Für den Notarzt wären die Informationen, die diese Dokumente enthalten, wichtig und für den Patienten möglicherweise lebensrettend. Doch sie stehen oft nicht zur Verfügung. Dafür ist die Notfalldose gedacht.

Die Christdemokraten fordern, dass solche Dosen über die Bürgerbüros oder das Seniorenbüro den Dinslakenern zum Selbstkostenpreis angeboten werden. Die Behältnisse könnten mit dem Logo der Stadt Dinslaken versehen werden und somit gleichzeitig als Werbeträger dienen. Als Begründung für die Anschaffung solcher Dosen nennt die CDU die immer älter werdende Gesellschaft, in der viele Menschen alleine leben. Es stelle sich die Frage, wie sie im Notfall bestmöglich versorgt werden können. Die Notfalldose sei ein sehr gutes Hilfsmittel, Erstrettern wichtige Notfalldaten mitzuteilen.

In die Notfalldose kommen alle Informationen, die im Falle eines Falles für die Ersthelfer wichtig sind. Sie wird dann in die Kühlschranktür gestellt. Ein Aufkleber am Kühlschrank weist auf den Inhalt hin. Somit hat die Dose einen festen Platz und kann in jedem Haushalt einfach gefunden werden. So können beispielsweise Notärzte und Sanitäter die Dose aus der Kühlschranktür entnehmen und verfügen sofort über alle relevanten Informationen.

Die Dose ist für diejenigen gedacht, denen es nicht mehr gelingt, in einer Notfallsituation Angaben zum Gesundheitszustand und anderen wichtigen Details zu machen. Auch kann es sein, dass in einer solchen Stresssituation ein wichtiges Detail vergessen wird, oder der zu Versorgende bewusstlos ist. Die Informationen in der Notfalldose sollen auch eine Hilfe für Angehörige und Freunde sein. Sie stehen in einer solchen Situation unter Stress und reagieren unterschiedlich. In mehreren anderen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Dose bereits etabliert. In Wesel beispielsweise, so berichtet der Vorsitzende der Dinslakener Senioren-Union Hans-Jürgen Woydich seien bereits 500 solcher Dosen verteilt worden. Demnächst will Woydich in Xanten für die Idee werben. Die Dosen sind, wie er betont, auch keinesfalls ausschließlich für ältere Menschen gedacht, sondern prinzipiell für alle, die nicht ganz gesund sind und deswegen Medikamente nehmen oder bei deren Behandlung besondere Informationen beispielsweise über eventuelle bestehende Allergien von Bedeutung sind. Woydich empfiehlt darüber hinaus, eine zweite Dose immer bei sich zu führen, damit den Ersthelfern beispielsweise bei Unfällen, die benötigten Informationen zur Verfügung stehen. "Ich habe auch im Handschuhfach meines Autos eine solche Notfalldose deponiert", sagt Woydich. Das gebe auch unterwegs ein sicheres Gefühl. Teuer ist das wichtige Hilfsmittel nicht. Dinslakens Senioren-Union hat bereits 500 solcher Notfalldosen verteilt: Stückpreis: zwei Euro. Und der wird natürlich günstiger je größer die Menge ist, die abgenommen wird. Mehr Informationen gibt es unter: www.notfalldose.de

Quelle: RP
 
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